USA : Obamas neues Kabinett nimmt Gestalt an

Die leeren Sitze an der Seite des künftigen Regierungschefs der USA Barack Obama füllen sich. In den Ressorts Wirtschaft, Heimatschutz, Außenpolitik, Gesundheit und Justiz könnten die Kandidaten fest stehen.

Obama
Obama in geheimer Mission. Keiner seiner Minister ist bisher bestätigt. -Foto: AFP

Washington Zwei Wochen nach der US-Wahl nimmt die Regierungsmannschaft des designierten Präsidenten Barack Obama allmählich Gestalt an. Die Geschäftsfrau Penny Pritzker aus Chicago soll nach Berichten des Senders CNN vom Mittwoch Wirtschaftsministerin werden. Auch das Heimatschutzministerium soll eine Frau übernehmen, die Gouverneurin des Bundesstaats Arizona, Janet Napolitano. Das schwierige Gesundheitressort soll der frühere Anführer der Demokraten im US-Senat, Tom Daschle, leiten. Die ehemalige First Lady Hillary Clinton ist seit einigen Tagen als mögliche Außenministerin im Gespräch.
  
Die 49-jährige Milliardärin Pritzker habe gesagt, sie werde das Amt der Wirtschaftsministerin übernehmen, wenn sie die Kriterien von Obamas Beraterteam erfülle, berichtete der Sender am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf mehrere Quellen. Pritzker steht mit einem geschätzten Vermögen von zwei Milliarden Dollar auf Platz 153 der Forbes-Liste der reichsten US-Bürger. Die Enkelin des Gründers der Hyatt-Hotelkette bescherte Obama einen Spendenrekord für seinen Wahlkampf.

Heimatschutz hat Priorität
  
Die 50-jährige Juristin Napolitano wolle den Posten als Heimatschutzministerin annehmen, wenn sie die strenge Sicherheitsprüfung durch die Behörden überstehe, berichtete CNN weiter. Auch die "Washington Post" meldete, Napolitano sei Obamas erste Wahl. Das Ministerium wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegründet; es ist das drittgrößte Ressort in Washington. Zu seinen Aufgaben gehören der Schutz des US-Territoriums vor Terrorangriffen, die Grenzsicherung sowie Katastrophenhilfe.
  
Dem 60-jährigen Daschle wird Obama voraussichtlich die Umsetzung eines seiner Hauptwahlkampfversprechen anvertrauen - die Reform des US-Gesundheitssystems. Ein ungenannter Vertreter der Demokraten erklärte am Mittwoch, Obama habe den ehemaligen Senator aus South Dakota gefragt, ob er Gesundheitsminister werden wolle. In den USA haben derzeit 45 Millionen Menschen keine Krankenversicherung. Obama hatte im Wahlkampf erklärt, er wolle eine Krankenversicherung für alle US-Bürger erreichen.

David Axelrod wird Obamas engster Berater

  
Am Dienstag hatten die US-Medien bereits berichtet, dass Obama als ersten Schwarzen den Anwalt Eric Holder zum Justizminister berufen will. Eine offizielle Bestätigung gab es auch für diese Information noch nicht. Obama wird am 20. Januar mit seiner neuen Regierungsmannschaft das Amt von US-Präsident George W. Bush übernehmen. Obamas Chefstratege im Wahlkampf, David Axelrod, soll im Weißen Haus künftig als enger Berater des Präsidenten tätig sein.
  
Spekuliert wurde weiterhin über eine Berufung von Hillary Clinton zur Außenministerin, nachdem sich Obama und Clinton vor einigen Tagen in Chicago getroffen hatten. Die beiden Politiker hatten sich einen monatelangen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei geliefert. (mpr/AFP)

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