Politik : USA: Ohne Kontrolle

Am 10. April 1972 wurde in Moskau, Washington und London die internationale Konvention über das Verbot der Herstellung, Lagerung und Entwicklung biologisch-bakteriologischer Waffen unterzeichnet. Mit dem Vertrag wurde erstmals eine ganze Kategorie von Waffen geächtet. Damit schien die Gefahr eines Seuchenkrieges mit Viren, Bakterien, Pilzen oder anderen giftigen Stoffwechselprodukten gebannt. Die im Rahmen der UN-Abrüstungskonferenz ausgehandelte Konvention ergänzte das Genfer Protokoll von 1925, das den Einsatz solcher Waffen bereits untersagte, und trat am 26. März 1975 in Kraft. Bis Ende vergangenen Jahres hatten 143 Länder die Konvention ratifiziert. Eine Schwachstelle des Vertrags war der Verzicht auf einen Überwachungsmechanismus, der Kontrollen der Verbote wie etwa bei den Chemiewaffen ermöglicht hätte. Nachträgliche Bemühungen über ein Zusatzprotokoll wurden vorerst aufgegeben.

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