• USA planen Sicherheitskonferenz mit Palästinensern Peres: Scharon allein hat nicht genug Macht für den Frieden

Politik : USA planen Sicherheitskonferenz mit Palästinensern Peres: Scharon allein hat nicht genug Macht für den Frieden

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Jerusalem (dpa). Der israelische Außenminister Schimon Peres hat Berichte zurückgewiesen, er habe massive Kritik an der Palästinenser-Politik von Regierungschef Ariel Scharon geübt. Er habe keineswegs Zweifel geäußert, dass Scharon noch weiter ein Partner für den Frieden sei, sagte Peres am Sonntag in Jerusalem. In dem Interview des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ sei er falsch wiedergegeben worden. „Ich habe nicht gesagt, Scharon sei nicht fähig, Frieden zu machen. Ich sagte, Scharon sei nicht der Lage, allein Frieden zu schaffen, denn er hat nicht genügend Macht“, sagte Peres. Es komme hier auf die palästinensische und arabische Seite an. In dem Interview hatte Peres den Bombenangriff auf den Hamas-Führer Salah Schehade zudem einen „hundertprozentigen Fehler“ genannt. Der Angriff, bei dem neben Schehade 14 Menschen getötet worden waren, habe „mehr Schaden als Nutzen“ gebracht.

Die US-Regierung lud indes führende Palästinenser-Politiker zu einer Sicherheitskonferenz ein. Es wäre der erste Kontakt auf hoher Ebene, seit sich US-Präsident George W. Bush im vergangenen Monat gegen Palästinenser-Präsident Jassir Arafat ausgesprochen hatte. Der Chefunterhändler der Palästinenser, Saeb Erekat, sagte, die Gespräche würden am 5. und 6. August stattfinden. Zur palästinensischen Delegation würden er selbst und Innenminister Abdel Rassak el Jaha gehören. Auch Handelsminister Maher el Masri werde an den Beratungen teilnehmen. Bush hatte eine neue Palästinenserführung zur Voraussetzung für einen palästinensischen Staat gemacht.

In der Stadt Hebron im Westjordanland erschossen jüdische Siedler am Sonntag eine 14-jährige Palästinenserin. Wie aus palästinensischen Kreisen verlautete, kamen die Siedler von der Beisetzung eines israelischen Soldaten, als sie Häuser und Autos angriffen und begannen, auf die Menschen zu schießen. Die 14-Jährige habe auf dem Balkon ihres Hauses gestanden, als sie durch einen Kopfschuss getötet worden sei, berichtete ihr Bruder, der ebenfalls verletzt wurde.

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