USA: Romney und Santorum Kopf an Kopf : Die Vorwahlen sind noch lange nicht entschieden

Der Super Tuesday war kein Super-Dienstag, analysiert Martin Klingst. Das Ziel, ein für allemal den Sieger des republikanischen Vorwahlkampfes zu bestimmen, sei schließlich verfehlt worden.

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Republikaner aus zehn Bundesstaaten gaben am so genannten Super Tuesday ihre Stimme ab. Traditionell fällt an diesem Tag die Vorentscheidung bei der Kandidatenkür.Weitere Bilder anzeigen
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07.03.2012 08:50Republikaner aus zehn Bundesstaaten gaben am so genannten Super Tuesday ihre Stimme ab. Traditionell fällt an diesem Tag die...

Republikaner aus zehn Bundesstaaten haben an diesem Tag ihre Stimme abgegeben und früher stand dann regelmäßig fest, welcher Kandidat am Ende nominiert und ins Rennen um das Weiße Haus geschickt wird. Nach dem Super Tuesday wich stets die Spannung aus dem Vorwahlkampf.

Das ist dieses Mal anders. Zwar heißt der Spitzenreiter nach wie vor Mitt Romney, sein Sieg scheint weiterhin unvermeidbar. Schließlich hat er am Super Tuesday nicht nur den wichtigen Industriestaat Ohio gewonnen, sondern auch eine stattliche Anzahl von Delegierten. Und auf die Mehrheit der Delegierten kommt es am Ende allein an.

Doch dass Mitt Romney immer noch kein Befreiungsschlag gelang, dass er in Ohio nur mit Ach und Krach siegte, belebt wieder die Zweifel an seiner Kandidatur. Der Unternehmer und ehemalige Gouverneur von Massachusetts, der Favorit des Parteiestablishments, will einfach kein Feuer und keine Begeisterung entfachen. Er ist zu glatt, zu abgehoben, zu wenig volksnah. Er wirkt wie aus Plastik gemacht und nicht aus Fleisch und Blut.

Es sind darum nicht seine Konkurrenten, sondern seine eigenen Schwächen, die einem Sieg bislang im Wege stehen. Romney kämpft in erster Linie gegen sich selber. Seine vielen Unzulänglichkeiten lassen seine im Grunde unbedeutenden Widersacher plötzlich stark erscheinen, vor allem den ultrakonservativen Ex-Senator Rick Santorum. Eines lässt sich auf jeden Fall sagen: Auch wenn fast alles immer noch für einen Erfolg Romneys spricht, sind die Vorwahlen noch lange nicht entschieden. Das liegt nicht nur an der Zähigkeit seiner Gegner, sondern ebenso an der Kompliziertheit des Vorwahlsystems.

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