USA : Schauspieler geht ins US-Präsidentschaftsrennen

Den USA könnte wieder ein Schauspieler als Präsident drohen. Fred Thompson, der für die Republikaner kandidieren will, steht für eine harte "Law & Order" Politik.

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Vom Schauspieler zum Präsidenten: Fred Thompson geht ins Rennen. -Foto: AFP

WashingtonNach monatelangem Hinhalten hat der US-Schauspieler und Politiker Fred Thompson klar zu verstehen gegeben, dass er ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner geht. Ein Mitarbeiter von Thompsons Wahlkampfteam teilte in einer Videokonferenz mit, Thompson werde seine Bewerbung im September auf seiner Internetseite bekanntgeben. Die Ankündigung des Zwei-Meter-Mannes mit der Bassstimme wurde seit Wochen erwartet, da bislang keiner der republikanischen Anwärter die Wähler überzeugt. Thompson, der als Fernsehstar und früherer Senator bekannt ist, vertritt extrem konservative Positionen.

Nach der offiziellen Bekanntgabe der Kandidatur werde der 65-Jährige in die als ausschlaggebend geltenden Bundesstaaten Iowa, New Hampshire und South Carolina reisen, um dann am 15. September in seinen Heimatstaat Tennessee zurückzukehren, sagte Thompsons Wahlkampf-Mitarbeiter Randy Enwright in der Videokonferenz. Der Mime, der in der beliebten Fernsehserie "Law & Order" den Staatsanwalt Arthur Branch spielte, hatte bereits im Mai ein Vorbereitungs-Komitee gegründet. Umgehend umgab er sich auch mit Beratern der früheren republikanischen Präsidenten George Bush senior und Ronald Reagan.

Gegen Abtreibung, für Feuerwaffen

Der Darsteller des barschen Staatsanwalts bei "Law & Order" zeigt auch bei seinen politischen Stellungnahmen wenig Sinn für Feingefühl: Seine Positionen sind kompromisslos konservativ. Er ist gegen Abtreibung, gegen Einwanderung, für den Privatbesitz von Feuerwaffen, für den Verbleib der US-Truppen im Irak, einen erhöhten Verteidigungshaushalt und Steuersenkungen.

In Umfragen schneidet Thompson damit gut ab. Nach Angaben der Website Real Clear Politics, die eine Zusammenschau der jüngsten landesweiten Umfragen veröffentlichte, liegt der Schauspieler an zweiter Stelle hinter dem New Yorker Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani. Manche Beobachter vergleichen Thompson mit Ronald Reagan, der nach einer Schauspieler-Karriere Gouverneur von Kalifornien und US-Präsident für zwei Amtszeiten war. Kritiker bemerken jedoch, dass Thompsons Zeit als Senator von Tennessee zwischen 1994 und 2003 keinen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. (mit AFP)

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