Politik : USA setzen möglicher Mission Annans in Irak enge Grenzen

Primakow warnt vor Angriff auf B- und C-Waffendepots Mubarak bezeichnet Krise als "Zeitbombe" WASHINGTON/PARIS/NEW YORK (AFP/dpa).Die diplomatischen Bemühungen, in der Krise um die UNO-Waffeninspektionen einen Militärschlag gegen Irak zu verhindern, gehen in die entscheidende Runde.Nach Rußland, Deutschland, Frankreich und Italien drängten am Montag auch Ägypten, die Türkei und Papst Johannes Paul II.UNO-Generalsekretär Kofi Annan zu einer Vermittlungsmission.US-Verteidigungsminister William Cohen sagte am Sonntag im US-Fernsehen, dabei könne es allein darum gehen, den irakischen Präsidenten Saddam Hussein aufzufordern, den internationalen Auflagen nachzukommen. Der irakische Außenminister Said el Sahhaf teilte mit, er werde am Mittwoch in Paris mit Annan zusammentreffen.Dies wurde im französischen Außenministerium am Montag nicht bestätigt.Das hänge von einer Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates ab, hieß es. Der russische Außenminister Primakow warnte unterdessen vor Angriffen auf irakische Depots chemischer und biologischer Waffen.Wenn es solche Waffen gebe, hätte ein Angriff drastische Folgen für die Nachbarländer, die von giftigen Niederschlägen betroffen wären. Der chinesische Staatspräsident Jiang Zemin rief am Montag alle an der Irak-Krise beteiligten Parteien erneut zur Zurückhaltung auf.Palästinenserpräsident Jassir Arafat versicherte in einem Telefongespräch mit dem irakischen Außenminister el Sahhaf, daß sein Volk eine friedliche Lösung des Konfliktes wünsche.Der ägyptische Präsident Husni Mubarak bezeichnete die Irak-Krise und den stockenden Nahost-Friedensprozeß als zwei "Zeitbomben".Diese drohten die gesamte Region in einen Strudel der Gewalt zu reißen, sagte er in der "Financial Times".Wegen der Stimmung in der arabischen Bevölkerung könne sich kein arabischer Staatsmann öffentlich für Angriffe auf Irak aussprechen, auch er nicht, sagte Mubarak Den Grund für die Stimmung sieht Mubarak in der widersprüchlichen Nahostpolitik der USA. Australien wird an diesem Dienstag Truppen in die Golfregion schicken, um die US-Amerikaner bei einem möglichen Militärschlag gegen den Irak zu unterstützen, sagte Premierminister John Howard in Canberra. Der irakische Präsident Saddam Hussein verfügt angeblich über eine kleine unterirdische Stadt, die ihm und seiner Familie über Monate Schutz vor Angriffen bietet.Das sagen irakische Staatsbürger, die lange Zeit zu den Vertrauten des Staatschefs gehörten und mittlerweile im Exil leben.In den 80er Jahren sei die Stadt von Ingenieuren der früheren DDR entworfen worden.

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