USA : Todesstrafe für Antisemiten

In den USA ist ein 74-jähriger Antisemit zum Tode verurteilt worden. Er hatte bei Angriffen auf jüdische Einrichtungen drei Menschen erschossen.

Der Verurteilte im Gerichtssaal.
Der Verurteilte im Gerichtssaal.Foto: AFP

Wegen mehrerer tödlicher Angriffe auf jüdische Einrichtungen im US-Bundesstaat Kansas ist ein 74 Jahre alter Mann zum Tode verurteilt worden. Er hatte im April 2014 vor einem jüdischen Zentrum zwei Menschen und vor einem jüdischen Altersheim einen weiteren Menschen erschossen. Der Täter war bereits im April wegen Mordes verurteilt worden, am Dienstag folgte das Strafmaß. Er soll durch eine Giftspritze sterben. Der Mann habe aus antisemitischen Motiven gehandelt, seine Schüsse hätten jedoch Christen getroffen, berichtete die Zeitung „Kansas City Star“ am Dienstagabend (Ortszeit).

"Ihr Versuch, diese Gemeinde zu terrorisieren, ist gescheitert", sagte Thomas Kelly Ryan bei der Urteilsverkündung. Anwesend waren auch Angehörige und Freunde der Opfer, von denen keines jüdisch war. Der Angeklagte schrie bei der Verlesung des Urteils den Richter an, dann versuchte er, aus seinem Rollstuhl zu gelangen. Er wurde schließlich aus dem Gerichtssaal gebracht, wie Medien berichteten. Dabei zeigte er den Hitlergruß. Cross selbst hatte vor Gericht erklärt, er habe das Recht, Juden zu töten. Er steht mit dem Ku-Klux-Klan und anderen rechtsextremen Gruppen in Verbindung. "Ich wollte Juden töten, keine Christen", sagte er mit Bezug auf die Identität der Opfer. "Eines Tages wird mein Geist aus dem Grab steigen und Ihr werdet wissen, dass ich Recht hatte. Ich bin ein glücklicher Mann."

Weiterer Vorfall in Virginia

Es ist das zweite Todesurteil seit Wiedereinführung der Todesstrafe in Kansas im Jahr 1994. Unterdessen wurden im US-Bundesstaat Virginia fünf weiße Männer festgenommen, die Angriffe auf Synagogen sowie auf Kirchen mit afroamerikanischem Hintergrund geplant haben sollen. Das berichtete die Zeitung „Richmond Times-Dispatch“ am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf die Bundespolizei FBI. Die Verdächtigen hätten einen „Rassenkrieg“ anzetteln wollen, berichtete der Sender CNN. Die Männer sollen in diesem Zusammenhang größere Mengen Schusswaffen angehäuft haben.

Ihnen wird illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Dem Zeitungsbericht zufolge gingen zwei der Festgenommenen der Bundespolizei bei einem Waffendeal ins Netz. Sie sollen sich im September und Oktober getroffen haben, um Anschläge auf Gotteshäuser zu planen. Drei der Männer sollen in den kommenden Tagen vor Gericht erscheinen. (AFP/dpa)

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