Politik : USA und China: Sagt Bush seinen Besuch ab?

Im Konflikt um das in China notgelandete US-Aufklärungsflugzeug wird in Washington eine Absage des geplanten Besuchs von US-Präsident George W. Bush in Peking erwogen. Auch über einen Abzug von US-Diplomaten werde beraten. Dies seien aber alles nur erste Überlegungen, hieß es vom Weißen Haus.

China bestellte am Mittwoch den US-Botschafter ein. Chinas Staatspräsident Jiang Zemin verlangte, die USA sollten sich für den Zusammenstoß des US-Flugzeuges mit dem chinesischen Kampfjet entschuldigen. US-Außenminister Powell lehnte dies ab und betonte, das chinesische Verhalten habe den Beziehungen beider Länder bereits Schaden zugefügt. Pekings Reaktion sei "unangemessen und unehrenhaft."

US-Präsident George W. Bush forderte China zum zweiten Mal nachdrücklich auf, die auf der südchinesischen Insel Hainan festgehaltene Maschine und ihre 24-köpfige Besatzung sofort herauszugeben. Er teilte mit, dass die Besatzung "nicht verletzt und nicht misshandelt worden" sei. Nach den Worten von Außenminister Powell befinden sich die Besatzungsmitglieder in chinesischem "Gewahrsam". "Sie werden ohne jede Verbindung zur Außenwelt festgehalten, unter Umständen, die ich für nicht akzeptabel halte." Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN konnte die Crew vor der Notlandung in China alle brisanten Dateien und Computer vernichten.

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