Politik : USA und Libyen beenden Funkstille

Tripolis - Nach jahrzehntelanger Eiszeit haben Libyen und die USA jetzt auch offiziell ein neues Kapitel in ihren Beziehungen aufgeschlagen. Mit ihrem historischen Besuch bei Staatschef Muammar al-Gaddafi sei das Verhältnis in eine neue Phase getreten, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Tripolis. Sie kündigte die baldige Entsendung eines amerikanischen Botschafters nach Tripolis an.

Die Visite von Rice war der erste Besuch eines hochrangigen US-Regierungsmitgliedes in dem erdölreichen nordafrikanischen Wüstenstaat seit mehr als 50 Jahren. 1986 bombardierte die US-Luftwaffe als Vergeltung für einen Anschlag auf die von US-Soldaten viel besuchte Berliner Diskothek „La Belle“ libysche Städte und tötete dabei 100 Menschen. 1988 explodierte eine vermutlich von libyschen Geheimagenten gelegte Bombe in einem US-Passagierflugzeug über dem schottischen Lockerbie. Dabei starben 270 Menschen. 1992 verhängte der UN-Sicherheitsrat dafür Sanktionen gegen Libyen, bis es 2003 Entschädigungen für die Angehörigen der Opfer zusagte.

In einigen Wirtschafts-, Ausbildungs- und Kulturangelegenheiten gibt es schon Kooperationen, zudem wollen die USA Gaddafi bei seinen Bemühungen für eine Vereinigung Afrikas unterstützen. dpa

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