Politik : USA verlieren an Einfluss im Irak

Geheimdienst: Al Qaida weniger gefährlich als Streit zwischen Volksgruppen

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Washington - Ein langerwarteter Geheimdienstbericht für US-Präsident George W. Bush stuft nach Angaben der „Washington Post“ die Lage im Irak als „zunehmend gefährlich“ ein. Wie das Blatt am Freitag unter Berufung auf Kenner des Dokuments berichtet, haben die USA auf die Lage im Irak nur wenig Einfluss, und es gebe eine „starke Möglichkeit“ einer weiteren Eskalation. Der 90-seitige Bericht des National Intelligence Estimate (NIE) sei Bush am Donnerstag vorgelegt worden.

Das Dokument komme zu keiner Schlussfolgerung in der Frage, ob im Irak ein Bürgerkrieg tobe oder nicht. Jedoch werden auch Aussichten auf eine Verbesserung der Lage gesehen. Große Ungewissheit gehe in diesem Zusammenhang davon aus, ob die politische Führung des Iraks die religiös bedingten Interessenkonflikte überbrücken und den Extremismus wirksam bekämpfen könne, heißt es im NIE-Bericht weiter. Weiterhin sei fraglich, ob die irakische Führung effektiv arbeitende Institutionen schaffen und die Korruption beenden könne.

Das Geheimdienstdokument sieht zwar die Aktivitäten des Terrornetzwerks Al Qaida weiterhin als Problem, doch sei die Gewalt zwischen den Irakern selbst weitaus gefährlicher. Dieses Problem berge auch eine der größten Gefahren für die Umsetzung der amerikanischen Ziele im Irak.

Der Kongress hatte den NIE-Bericht, der sich mit den US-Aussichten im Irak für die kommenden 18 Monate beschäftigt, im August angefordert und verlangt, dass das Dokument rechtzeitig fertig wird, um Bushs neue Irakstrategie einschätzen zu können. Bush hatte kürzlich die Entsendung von 21 500 zusätzlichen Soldaten zur Verbesserung der Sicherheitslage im Irak angekündigt. dpa

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