Politik : USA wollen 20 Prozent mehr Geld für Afghanistan anbieten

-

Brüssel/Washington - Die USA wollen beim Nato-Außenministertreffen am Freitag in Brüssel nach Diplomatenangaben deutlich mehr Geld für Afghanistan anbieten und die Verbündeten so unter Druck setzen. US-Außenministerin Condoleeza Rice wolle bei dem Treffen eine Aufstockung der Mittel für Sicherheit und Wiederaufbau um 20 Prozent ankündigen, hieß es am Donnerstag von Nato-Diplomaten in Brüssel. Nach einem Bericht der „Washington Post“ will das Weiße Haus den Kongress zusätzlich um sieben bis acht Milliarden Dollar (5,4 bis 6,2 Milliarden Euro) für den Wiederaufbau in Afghanistan bitten. Gleichzeitig verlängerte die US-Armee den Einsatz von 3500 Soldaten in dem Land um vier Monate.

Bei der von Rice angestoßenen Sondersitzung soll auch die Bündnis-Forderung an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bekräftigt werden, sechs Tornados zu stellen. Der Einsatz ist innenpolitisch heftig umstritten. Der geplante Einsatz deutscher Tornados könnte auch dem Antiterrorkampf der USA dienen. Es sei nicht auszuschließen, dass die von der Nato angefragten Aufklärungflugzeuge auch militärisch brisante Fotos an die internationale Operation Enduring Freedom übermittelten, sagte am Donnerstag ein Nato-Diplomat in Brüssel. Damit ginge der Einsatz der voraussichtlich sechs Jets über das bisherige Afghanistanmandat der Bundeswehr hinaus. Das Mandat erstreckt sich bisher auf den Einsatz der internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf, die von der Nato geführt wird. Die Grünen kritisierten am Donnerstag die „zunehmend unklare Abgrenzung“ zwischen der Isaf und dem Antiterroreinsatz der USA. AFP

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben