Politik : USA wollen nun doch olympischen Frieden respektieren

Irak kritisiert Bonn / Scharping unterstützt Kurs Kohls / Türkischer Einmarsch in Nordirak indirekt bestätigt WASHINGTON (rtr).Die USA wollen den olympischen Frieden entgegen früheren Ankündigungen respektieren.Gleichzeitig warnte Präsident Bill Clinton erneut vor einem Militärschlag.US-Verteidigungsminister William Cohen begrüßte unterdessen die von Australien und Kanada angebotene Unterstützung und sprach von einer "wahren Koalition" gegen Bagdad.Irak hat die Bundesregierung scharf dafür kritisiert, daß sie den US-Streitkräften im Falle eines Angriffs ihre Luftbasen zur Verfügung stellen wolle.SPD-Fraktionschef Rudolf Scharping unterstützt notfalls ein gewaltsames Vorgehen gegen Irak.UNO-Generalsekretär Kofi Annan warnte dringend davor, die irakische Führung in dem Konflikt zu erniedrigen. Die US-Botschaft in Tokio teilte am Dienstag mit, Washington wolle bis zum Ende der Winterspiele im japanischen Nagano am 22.Februar auf einen Militärschlag gegen Irak verzichten.Die Bundesregierung hat unterdessen Vorwürfe aus Bagdad wegen ihrer Position in der Irak-Krise zurückgewiesen.Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Erdmann, reagierte damit am Dienstag auf Äußerungen des stellvertretenden irakischen Außenministers Riadh El Kaisi.Dieser hatte die Zusage Bundeskanzler Helmut Kohls, deutsche Luftwaffen-Stützpunkte den USA zur Verfügung zu stellen, als "katastrophale Politik" bezeichnet. SPD-Fraktionsführer Scharping erklärte unterdessen vor Journalisten in Bonn, die SPD unterstütze den Kurs der Bundesregierung.Es gebe keine grundlegenden Differenzen.Notfalls müsse auch mit Gewalt durchgesetzt werden, daß der Irak die internationalen Auflagen erfülle.Die Nutzung des Stützpunkte entspreche ohnehin einer alten Praxis und der Rückgriff der USA auf diese Basen sei seiner Einschätzung nach sowieso nicht erforderlich.Scharping sprach sich im Falle eines Militäreinsatzes allerdings gegen eine finanzielle Unterstützung durch die Bundesrepublik aus. Der amerikanische UNO-Botschafter Bill Richardson wird am Wochenende in Peking zu Gesprächen mit der chinesischen Führung über die Irak-Krise erwartet.China lehnt bisher einen Militärschlag ab. Türkische Truppen haben am Dienstag nach Rundfunkangaben ihren Aufmarsch im Nordirak fortgesetzt.Nach Angaben des türkischen Senders ATV, überquerten Tausende von Soldaten die Grenze zum Irak.Der Oberkommandierende der türkischen Luftwaffe, Ilhan Kilic, bestätigte den Einmarsch indirekt.Er sagte in Ankara, die Streitkräfte hätten alle notwendigen militärischen Maßnahmen gegen eine Massenflucht in Richtung Türkei sowie zum Schutz der eigenen Grenzen ergriffen.Am Vortag hatten Generalstab und Regierung den Einmarsch dementiert.

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