• USA ziehen weniger Truppen als erwartet aus Deutschland ab Neues Militärkonzept: Weltweit mehr Basen, aber weniger Personal

Politik : USA ziehen weniger Truppen als erwartet aus Deutschland ab Neues Militärkonzept: Weltweit mehr Basen, aber weniger Personal

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(HB/Tsp). Die USA wollen die Neuordnung ihrer Militärpräsenz im Ausland beschleunigen. Seine Regierung werde die Beratungen mit den Verbündeten ab sofort verstärken, sagte Präsident George W. Bush am Dienstagabend in Washington. Das USMilitär müsse umstrukturiert werden, um den „wenig kalkulierbaren Gefahren durch Schurkenstaaten, weltweiten Terrorismus und Massenvernichtungswaffen“ zu begegnen, sagte Bush. Die internen Beratungen innerhalb der US-Regierung seien abgeschlossen, hieß es in Washington. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat das Konzept des Anti-Terror-Krieges weltweit mehr US-Stützpunkte zur Folge. Gleichzeitig werde das Personal heruntergefahren.

Auch Deutschland – im Kalten Krieg eine wichtige Truppenbasis der Amerikaner – ist von den US-Plänen betroffen. In der ersten Dezemberhälfte werde der stellvertretende US-Außenminister Marc Grossman zu Gesprächen nach Berlin reisen, hieß es in Washington. Eine Entscheidung darüber, wie viele der gut 70 000 US-Soldaten aus Deutschland abgezogen und welche Standorte geschlossen werden, sei noch nicht gefallen, betonten US-Vertreter. Doch nach Pentagon-Angaben gilt die Faustregel: Je größer und militärisch bedeutender die US-Basen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie erhalten bleiben. An erster Stelle wurde hier die Air Base in Ramstein (Rheinland- Pfalz) genannt, die „ein herausragender Knotenpunkt in Europa“ sei. Das Militär- Hospital im benachbarten Landstuhl habe eine ähnliche Stellung. Von hohem Wert seien ferner die Standorte Heidelberg, Hohenfels (Bayern) sowie der Luftwaffen-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Spangdahlem.

„Diese Militärbasen an anderer Stelle aufzubauen, wäre zu teuer“, sagte ein hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter. Eine schlichte Verlagerung von US-Truppen nach Osteuropa – wie in verschiedenen Medien spekuliert – mache keinen Sinn. Damit scheint sich anzudeuten, dass der Truppenabzug aus Deutschland nicht so groß sein wird wie befürchtet. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wollen die USA rund 20 Prozent ihrer Soldaten aus Deutschland abziehen. Damit bliebe die Bundesrepublik gleichwohl wichtigster US-Truppenstandort im Ausland.

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