Es geht um die bessere Art des Durchwurschtelns

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Countdown zur US-Wahl: Noch 3 Tage : In den USA wird kein Kulturkampf ausgetragen
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Und in diesem Jahr? Lesen wir einen Wahlkampfbericht aus der österreichischen Zeitschrift „Profil“: „Mit jeder Umfrage, jedem Bargespräch, jedem Kaffeetratsch vertieft sich der Eindruck (mit jeder Fernsehminute sowieso): Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine gespaltene Nation. Zwei ideologische Lager stehen einander gegenüber, und sie stehen fest und unverrückbar. Wer auch immer am 7. November als Wahlsieger aufwacht, wird die Hälfte des Landes hinter sich haben. Aber nur diese.“

Das alles ist richtig – und falsch zugleich. Wer wählt, entscheidet sich. Das heißt, er trennt sich auch von etwas. Schon Spinoza wusste: Omnis determinatio est negatio, alle Festlegung bedeutet Abspaltung.

Auf Obamas wie auf Romneys Seite mag es Fans geben, aber viele Amerikaner ringen mit sich und treffen am 6. November eine Bilanz-Entscheidung, schweren Herzens, wie man sagt. Kein Kulturkampf wird da ausgetragen, sondern bloß unterschiedlich resümiert. Trotz der gigantisch hohen Staatsverschuldung für Obama, trotz der Staatsverachtung der Republikaner für Romney.

Es gab in diesem Wahljahr kein wirkliches Erregungsthema, das die Leidenschaften hätte entfachen können. Weder Abtreibung noch Homo-Ehe, weder falsche Kriege noch Todesstrafe, weder Waffenbesitz noch globaler Klimawandel. Es geht um Krisenbewältigung, die bessere Art des Durchwurschtelns.

Der Obama-Hype ist verpufft, ein Romney wärmt kein Gemüt. Radikalliberale wählen Obama aus Pflichtgefühl (und Abneigung gegen Romney), konservative Christen stimmen ebenso mechanisch (und aus Abneigung gegen Obama) für Romney. Nicht um Hoffnungen oder gar Visionen geht es, sondern um politische Traditionen und das kleinere von zwei Übeln.

Ja, Amerika ist in zwei etwa gleich starke Lager gespalten. Aber die Schnittmenge an Werten und Überzeugungen, die diese beiden Lager verbindet, ist größer, als durch das Patt suggeriert wird. Amerika ist 2012 eher in zwei Pizzahälften geteilt, auf der linken liegen mehr Salamistücke, auf der rechten mehr Pepperonis. Aber zusammen bilden sie eben doch - eine Pizza.

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