Politik : V-Mann wegen Mordverdacht in Haft

Frankenthal/Mannheim - Ein V-Mann des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA) und ein mutmaßlicher Islamist sollen in die Ermordung von drei Georgiern im Raum Ludwigshafen verstrickt sein. Die beiden Männer säßen in Untersuchungshaft und machten gegensätzliche Angaben, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, in Kaiserslautern.

Bei dem Vertrauens-Mann handelt es sich laut LKA um einen gebürtigen Iraker, der sich 2001 der Polizei angedient habe. Der zweite Verdächtige stamme aus der islamistischen Szene. „Raubmord“ sei eine Möglichkeit, sagte Liebig. Er könne aber auch andere Motive nicht ausschließen. Offen sei auch noch, ob es weitere Beteiligte gegeben habe.

Die Leichen der seit Ende Januar vermissten Georgier waren am Mittwoch im Altrhein bei Mannheim, einem Seitenarm des Rheins, gefunden worden. Zwei der Männer starben laut Obduktion an Schussverletzungen, der dritte sei erstickt. Sie seien „möglicherweise“ in der Nähe des südhessischen Heppenheim getötet worden, sagte Liebig. Aus dem Besitz der Männer fehle ein größerer Geldbetrag.

Der V-Mann habe in den vergangenen Jahren in mehreren Verfahren zum Thema Islamismus mitgewirkt, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes, Hans-Heinrich Preußinger. Er bestätigte, dass dem Mann für seine Dienste einmal 4500 Euro und monatlich etwa 100 Euro gezahlt worden seien. Mit der Arbeit des Mannes sei man zufrieden gewesen. Er räumte aber auch ein, dass der Mann bereits Straftaten begangen habe. Der V- Mann, der vom Gebrauchtwagenhandel lebt, soll den Georgiern nach den Ermittlungen die Vermittlung eines gebrauchten Fahrzeugs angeboten haben. dpa

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