• Vatikan hält die deutschen Argumente für "unmaßgeblich" - Bischöfe zu Treffen mit dem Papst in Rom eingetroffen

Politik : Vatikan hält die deutschen Argumente für "unmaßgeblich" - Bischöfe zu Treffen mit dem Papst in Rom eingetroffen

Im Vatikan hat am Montag der turnusmäßige Besuch deutscher Bischöfe beim Papst begonnen. Das zweiwöchige Treffen wird erneut vom Streit um die katholische Schwangeren-Konfliktberatung in Deutschland überschattet. Johannes Paul II. kehrt an diesem Dienstagabend von seiner 89. Auslandsreise nach Rom zurück.

Mehrere Bischöfe wollen in Einzelgesprächen mit dem 79-jährigen Oberhaupt der katholischen Kirche ihre Bedenken gegen einen Ausstieg aus der staatlichen Konfliktberatung vorbringen. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sollen diese Bedenken für den Vatikan jedoch "unmaßgeblich" sein.

Der Papst werde für jedes einzelne Bistum den Ausstieg aus der Konfliktberatung herbeiführen, sollte eine solche Weisung erforderlich sein. Das gehe aus einem Brief von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hervor. Demnach halte es der Vatikan für nicht bewiesen, dass auf Grund der katholischen Beratung in den vergangenen Jahren das Leben von tausenden ungeborenen Kindern habe gerettet werden können.

Die Oberhirten kommen in drei nach Regionen gebildeten Gruppen nach Rom. Den Auftakt machen 24 Bischöfe und Weihbischöfe aus den Bistümern Köln, Essen, Limburg, Münster, Trier, Erfurt, Fulda, Görlitz und Hildesheim. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, wird Mitte des Monats erwartet. Das Treffen endet am 21. November.

Die deutschen Bischöfe hatten gemeinsam entschieden, nach einer Übergangszeit aus dem Beratungssystem auszusteigen. Damit beugten sie sich dem Willen des Papstes. Betroffen sind etwa 270 katholische Beratungsstellen. Kritiker befürchten, dass viele Frauen in Konfliktsituationen nicht mehr erreicht werden.

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