Politik : VdK plädiert für Soziales Pflichtjahr zum Ausgleich der Zivildienstlücke

Der Sozialverband VdK hat die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für junge Frauen und Männer, die keinen Wehrdienst leisten, gefordert. Wegen des starken Rückgangs der Zahl von Zivildienstleistenden drohe ein Zusammenbruch der sozialen Dienste mit verheerenden Folgen, sagte VdK-Präsident Walter Hirrlinger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nur mit Einführung eines Pflichtjahres könne die ambulante Betreuung Pflegebedürftiger, Behinderter und chronisch Kranker aufrechterhalten werden, sagte er.

Für die sozialen Dienste wäre es nach Hirrlingers Worten zu teuer, die fehlenden 50 000 Zivildienstleistenden durch voll bezahlte Mitarbeiter zu ersetzen. In diesem Fall müssten auch Einrichtungen wie "Essen auf Rädern" eingestellt werden, erklärte der VdK-Präsident. Er wies darauf hin, dass eine stationäre Betreuung der Hilfsbedürftigen die Steuerzahler sehr viel mehr Geld kosten würde, als mit der Verkürzung der Zivildienstzeit gespart werden könnte. Ein soziales Pflichtjahr könnte die absehbare Personallücke bei den sozialen Diensten schließen, erklärte Hirrlinger. Die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer (KDV) lehnte die Forderung des VdK nach einem sozialen Pflichtjahr hingegen ab. Der Zivildienst sei durch reguläre Arbeitskräfte und ohne zusätzliche Kosten ersetzbar, erklärte die KDV-Stelle am Montag in Bremen.

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