Politik : Veba soll Bau des Hauses von Ex-Kanzleramtsminister Hombach billiger gemacht haben

Der Veba-Konzern hat nach Darstellung des ehemaligen Bauleiters von Ex-Kanzleramtsminister Bodo Hombach (SPD) die Baukosten für Hombachs Haus in Mühlheim an der Ruhr durch Verrechnungstricks um einen sechsstelligen Betrag reduziert. Beim Bau des Hauses Ende der 80er Jahre seien Kosten in dieser Höhe zu Lasten des Veba-Konzerns verrechnet worden, sagte der 62-jährige Hans H. am Donnerstag vor dem Landgericht Bochum. Hombach wies die Behauptung des wegen Meineids angeklagten H. als "Unwahrheit" zurück: "Für alles, was gebaut wurde, liegen Angebote, Rechnungen und Überweisungsbelege vor", erklärte Hombach. Zugleich warf der EU-Balkan-Beauftrage der Justiz vor, vorliegende "Fakten und Beweise" zu ignorieren.

Mit seiner Aussage vor der 12. Großen Strafkammer des Bochumer Gerichts korrigierte der frühere Veba-Mitarbeiter H. seine Angaben bei einer richtlichen Vernehmung vom Mai 1998, als er Verrechnungen durch die Veba "völlig" ausgeschlossen hatte. H. hatte diese Aussage damals beeiden müssen und war daraufhin umgehend wegen Verdachts des Meineids festgenommen worden. "Diese Angaben waren nicht richtig", räumte der Angeklagte nun zum Prozessauftakt in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung ein. Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragten für den 62-Jährigen übereinstimmend sieben Monate Haft auf Bewährung. Das Urteil soll am heutigen Freitag verkündet werden.

Der Vorsitzende Richter betonte am ersten Verhandlungstag wiederholt, es gehe in dem Verfahren ausschließlich um den Vorwurf des Meineids gegen den Ex-Bauleiter und nicht etwa um das Bauprojekt des prominenten Bauherren.

Staatsanwältin Margret Lichtinghagen griff in ihren Plädoyer die Veba als früheren Arbeitgeber des bislang unbescholtenen Angeklagten scharf an. Der Diplom-Ingenieur H. sei im Juli 1987 zu einem Konzern gestoßen, in dem sich Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder durch Verrechnungen mit Firmenaufträgen privat "bereichert" hätten.

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