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Venezuela : Streit ums Erbe von Chavez

31.12.2012 10:26 UhrVon Sandra Weiß
Ein Graffiti in Caracas zeigt den Staatschef Hugo Chavez. Dessen Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend.Bild vergrößern
Ein Graffiti in Caracas zeigt den Staatschef Hugo Chavez. Dessen Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend. - Foto: Reuters

Der Gesundheitszustand des krebskranken Staatschefs Hugo Chavez ist schlecht – in Venezuela droht ein Machtkampf.

Vor rund drei Wochen wurde Venezuelas Staatschef Hugo Chavez zum letzten Mal gesehen. Und dass es trotz aller offiziellen Beteuerungen nicht gut um ihn steht, ist längst klar. Bei der vierten Krebsoperation innerhalb von 18 Monaten kam es zu Blutungen und Komplikationen durch eine Infektion, erklärte Kommunikationsminister Ernesto Villegas. Mehrmals sei Chavez ins Koma gefallen, er fiebere, könne weder sprechen noch gehen, so der oppositionelle, gut unterrichtete Journalist Nelson Bocaranda. Über Weihnachten wurden nur die engsten Familienangehörigen ins Cimeq-Krankenhaus von Havanna vorgelassen.

Der erst 58-jährigen Galionsfigur der bolivarischen Revolution droht ein vorzeitiges Ende, nachdem im Juni 2011 Krebs diagnostiziert wurde.

Worum genau es sich handelt, wurde offiziell nie bekannt – und zwar aus einem guten Grund: nach den Angaben von Chavez’ Ex-Leibarzt Salvador Navarrete hat der Staatschef ein bösartiges Sarkom im Gewebe des Beckenbereichs. Der angesehene Chirurg, der nach dem Interview im Oktober 2011 vom Geheimdienst verfolgt wurde und ins Exil fliehen musste, hatte damals von einer Lebenserwartung von höchstens zwei Jahren gesprochen.

Selbst die Partner in der Region wirken bedrückt. Chavez sei enorm wichtig für die Stabilität der Region, erklärte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos, der ideologisch eher rechts zu verorten ist. Uruguays Präsident José Mujica erklärte, Venezuelas Zukunft ohne Chavez sei voller Fragezeichen. Boliviens Präsident Evo Morales war der einzige, der nach der Operation nach Havanna flog. Ob er den Patienten zu Gesicht bekommen hatte, ließ er jedoch offen. Chavez erhole sich nach einer schrecklichen Operation, erklärte er danach lediglich.

Bereits vorsorglich verabschiedet hat sich Chavez’ ideologischer Ziehvater, der kubanische Revolutionführer Fidel Castro: „Ich bin sicher, dass ihr (venezolanischen) Revolutionäre mit und selbst ohne ihn, so schmerzlich sein Verlust wäre, in der Lage seid, sein Werk fortzuführen“, schrieb der 86-Jährige in einem offenen Brief. Als er selber 2006 dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen war – eine verpatzte Divertikel-Operation war daran schuld – sagte Castro, er könne beruhigt sterben, seine Nachfolge liege in den Händen seines jüngeren Bruders und sei geregelt, aber Chavez sei keinesfalls verzichtbar.

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