Politik : "Verantwortung nicht gerecht geworden"

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Die Deutsche Welthungerhilfe und terre des hommes haben der Bundesregierung vorgeworfen, sie werde ihrer auf dem Weltgipfel in Rio de Janeiro übernommenen Verantwortung nicht gerecht. Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgelegten Programme hätten in den vergangenen zwei Jahren stark unter Kürzungen leiden müssen, heißt es in dem Jahresbericht "Wirklichkeit der Entwicklungshilfe", den die beiden Organisationen am Donnerstag in Berlin vorstellten. Die Bemühungen des BMZ kollidieren immer wieder mit den "harten Interessen" der Ministerien für Wirtschaft, Finanzen und Landwirtschaft, sagte Peter Mucke, Geschäftsführer von terre des hommes.

Im vergangenen Jahr gab die Bundesregierung 0,27 Prozent des Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe aus und liegt damit unter dem europäischen Durchschnitt von 0,33 Prozent. Das sei viel zu wenig angesichts von 1,2 Milliarden Menschen, die in extremer Armut leben, sagte Volker Hausmann, Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe. Armut sei vor allem "ein ländliches Problem" sagte Hausmann. 60 bis 80 Prozent der Armen leben auf dem Land als Tagelöhner oder Kleinbauern. Darum müsse dringend mehr Geld in Hilfen für die Landwirtschaft fließen. Stattdessen seien die Gelder in diesem Bereich in den letzten zehn Jahren um zwei Drittel gesunken.

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