Verbrechen : Demokraten-Chef in den USA erschossen

Die demokratische Partei in den USA hat ein hohes Parteimitglied verloren: Bill Gwatney, Vorsitzender seiner Partei im US-Bundesstaat Arkansas, ist am Mittwoch Opfer eines Mordanschlags geworden. Der Täter wurde von der Polizei erschossen. Über das Motiv ist bislang noch nichts bekannt.

Bill Gwatney
Gwatney wurde erschossen - offen bleibt die Frage nach dem Motiv. -Foto: AFP

WashingtonDer Vorsitzende der US-Demokraten im Bundesstaat Arkansas ist bei einem Attentat in der  Parteizentrale erschossen worden. Bill Gwatney erlag nach Polizeiangaben am Mittwoch im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, nachdem ein Unbekannter wenige Stunden zuvor mehrfach auf den Oberkörper des Opfers gefeuert hatte. Der Täter kam nach einer wilden Verfolgungsjagd bei einem Schusswechsel mit der Polizei ebenfalls ums Leben. Gwatney war einer der sogenannten Superdelegierten, die auf dem anstehenden Nominierungsparteitag für den Präsidentschaftskandidaten ein besonderes Stimmrecht haben. Das Attentat löste bei den Demokraten Bestürzen aus.

US-Medienberichten zufolge hatte der Schütze kurz vor Mittwochmittag die Parteizentrale in der Hauptstadt Little Rock betreten und nach Gwatney gefragt. Der Unbekannte habe den Parteivorsitzenden dann in seinem Büro mit mehreren Schüssen schwer verletzt. Der Täter konnte den Angaben zufolge zunächst in seinem Auto entkommen. Nach 40 Kilometern Verfolgsjagd sei der Mann bei einem Schusswechsel mit der Polizei tödlich verwundet worden.

Mordmotiv noch unklar

Über die Identität des Attentäters wurde zunächst nichts bekannt. Polizeisprecher Terry Hastings sagte im TV-Sender Fox News, die Hintergründe der Tat seien unklar: "Derzeit haben wir darauf keine Antwort." Der Täter sei aber kein früherer Angestellter von Gwatney gewesen, sagte Hastings weiter.

Für die Demokraten ist der gewaltsame Tod Gwatneys ein Schock Der designierte Präsidentschaftskandidat Barack Obama erklärte, er sei über die Tat "schockiert und betrübt". Parteichef Howard Dean nannte das Attentat eine "sinnlose Tragödie", die "für uns alle als Schock kommt".

Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung "zutiefst betrübt" über die Nachricht von Gwatneys Tod. Das Politiker-Ehepaar lebte jahrelang in Arkansas, als Bill Clinton hier als Gouverneur regierte. Gwatney war ein enger Freund der Familie und hatte Hillary Clinton bei ihrer Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur unterstützt. (mr/AFP)

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