Politik : Verdacht auf H5N1-Infektion bei Nutzgeflügel nicht bestätigt

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Berlin - Der Verdacht auf ein erstes Auftreten der gefährlichen Vogelgrippe in einem deutschen Geflügelhof hat sich am Montag nicht bestätigt. Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hätten eine Infektion des Virus H5N1 in einem Entenbestand in Bayern ausgeschlossen, sagten Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) und FLI-Präsident Thomas Mettenleiter. Eingehende Untersuchungen hätten weder Vogelgrippeviren vom Subtyp H5 noch von H7 festgestellt.

Seehofer kritisierte seinen Parteifreund, Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf, wegen des Umgangs mit dem Verdacht auf Vogelgrippe. „Das schafft unheimlich viel Verunsicherung“, sagte er dem Sender Phoenix. „Wir müssen mit dem Umgang mit der Öffentlichkeit, so lange ein Verdacht nicht bestätigt ist, viel sorgfältiger umgehen.“ Es sei besser, sich einen Tag Zeit zu nehmen und aufzuklären. Ein Schnelltest hatte bei sechs von sieben toten Enten in Lichtenfels in Franken Grippeviren vom Typ A nachgewiesen. Die Viren vom Typ A, zu denen der Erreger H5N1 gehört, unterscheiden sich stark in ihrer Gefährlichkeit. Wegen des Verdachts auf das Vogelgrippevirus H5N1 waren vorsorglich vier Betriebe gesperrt worden. Neben dem Hof in Lichtenfels waren zwei Nachbarhöfe sowie einer in Vechta in Niedersachsen betroffen, aus dem die erkrankten Jungtiere stammten. Schnappauf hatte über den Verdacht auf Vogelgrippe informiert.

Das Virus H5N1 wurde am Montag bei einer verendeten Wildente aus Lindau sowie bei einer toten Reiherente in Friedrichshafen gefunden. In Mecklenburg-Vorpommern beschlossen die Landkreise Rügen und Nordvorpommern trotz insgesamt sechs neuer Nachweise von Vogelgrippe, den Katastrophenalarm von diesem Dienstag an aufzuheben. Die Situation sei nun ohne fremde Hilfe beherrschbar, sagte Rügens Kreissprecherin Carina Schmidt. Der Landkreis Ostvorpommern will heute über die Aufhebung entscheiden. Das Virus H5N1 war in Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende bei fünf Wildvögeln und am Montag bei einem Vogel festgestellt worden. Damit ist der Erreger in dem Bundesland bei bisher 157 Wildvögeln sowie drei Katzen und einem Steinmarder nachgewiesen worden. dpa

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