Politik : Verdacht

Karsten Doneck

Schwedische Kommissare haben ihre liebe Last mit den zwischenmenschlichen Beziehungen. Vom störrisch-eigenbrötlerischen Kurt Wallander wissen wir, dass er geschieden ist. Der Autor Henning Mankell kannte in seiner Kriminalroman-Serie kein Pardon. Das Bild des beziehungsgeschädigten Polizisten kommt bei der Leserschaft aber offenbar an. Im neuesten Werk des schwedischen Autors Arne Dahl, „Rosarot“, hat sich die Ermittlerin Kerstin Holm zu einer Verlobung mit einem widerwärtigen Kerl, gleichfalls Polizist, hinreißen lassen. Holm löst die Verlobung und muss Jahre später gegen ihren Ex ermitteln. Der steht im Verdacht, bei einer Razzia einen zur Abschiebung vorgesehenen Afrikaner vorsätzlich getötet zu haben.

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Wie Arne Dahl die Handlung aufbaut, mag dem ungeduldigen Leser etwas zu verschnörkelt vorkommen, aber in allen Windungen und Wendungen des Falls steckt Spannung – 400 Seiten lang. Selbst sperrigste Beziehungsgeflechte stellt der Autor einfühlsam und ohne kitschige Umständlichkeit dar. Keine Frage: Wer „Rosenrot“ zu Ende gelesen hat, würde gerne gleich zum nächsten Werk des Autors greifen.

Arne Dahl: Rosenrot. Kriminalroman. Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt. Piper Verlag, München. 400 Seiten. 19,90 €.

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