Vereinte Nationen : Annan würdigt deutsche Unterstützung

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel das neue Domizil der Vereinten Nationen in der früheren Bundeshauptstadt Bonn eröffnet. Annan würdigte das deutsche Engagement zur Stärkung der UN.

Bonn - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und UN-Generalsekretär Kofi Annan haben mit einem Festakt im ehemaligen Bonner Regierungsviertel am Dienstag das neue Gelände der Vereinten Nationen eröffnet. Auf dem Gelände um das frühere Abgeordnetenhochhaus "Langer Eugen" sind nun mehrere UN-Einrichtungen zusammengefasst, die bisher über die Stadt verteilt waren.

Annan sagte bei einer Pressekonferenz mit Merkel, Deutschland sei ein "ideales Mitgliedsland" für die Uno. Es sei "nicht hinnehmbar", dass verschiedene wichtige Staaten und wichtige Regionalmächte keinen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat hätten, "während wir uns an genau diese Länder wenden, wenn wir Probleme haben". Mehrere wichtige Staaten seien nicht in der Instanz vertreten, "in der die Entscheidungen fallen", sagte Annan. "Wir müssen den Sicherheitsrat repräsentativer und demokratischer machen."

Der UN-Generalsekretär wollte sich auf Nachfragen aber nicht darauf festlegen, ob er den Wunsch der Bundesregierung unterstütze, im Weltsicherheitsrat einen ständigen Sitz zu bekommen. "Das entscheide nicht ich, bringen Sie mich nicht in Verlegenheit", sagte Annan. Auf jeden Fall gehöre Deutschland zu den wenigen Ländern, die "ideale Mitgliedsstaaten der Uno" seien.

Partnerschaft zwischen Deutschland und Uno "wird noch tiefer"

Mit dem neuen UN-Gelände in Bonn werde die "bisher schon enge Partnerschaft" zwischen Deutschland und der Uno noch tiefer, sagte Annan in einer Rede nach der Pressekonferenz. Es sei seit langem ein Schwerpunkt der deutschen Außenpolitik, die Weltorganisation zu unterstützen. "Man könnte sogar sagen, dass die Ideale der Vereinten Nationen Teil der Identität des Landes selbst geworden sind."

Das deutsche Volk, "das die Schrecken des Krieges selbst erlebt und gesehen hat, welche Irrwege eine Gesellschaft einschlagen kann", trete entschlossen für den Frieden, die Menschenrechte und eine nachhaltige Entwicklung ein, sagte Annan, und es beschränke sich dabei nicht auf das eigene Land. Die Deutschen fühlen "eine starke Solidarität mit Völkern, ob nah oder fern, die sich in Not befinden". Sie hätten sich als "konstruktive und großzügige Weltbürger" gezeigt. "Es verwundert daher nicht, dass Deutschland ein wichtiges Zentrum der Tätigkeit der Vereinten Nationen ist."

Merkel sagte bei der Pressekonferenz, Deutschland habe großes Interesse daran, dass die Reform der Uno erfolgreich vorangehe. Statt jahrzehntelang zu diskutieren müsse ein "realer Schritt nach vorne" geschehen. Die Uno müsse ihrer Ansicht nach "zu der Kraft entwickelt werden, die in Konfliktsituationen eine hohe Autorität in der Welt entwickelt". Deutschland wolle "sehr eng kooperieren", wenn es um die Lösung von schwierigen Konflikten in der Welt gehe. Andererseits sollten wir uns "nicht überbewerten", sagte die Kanzlerin.

Der nordrhein-westfälische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Michael Breuer (CDU), nannte den neuen UN-Campus "einen Meilenstein für unser Land". Auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern würden dort nun 300 UN-Beschäftigte arbeiten. Die Landesregierung rechne damit, dass die Zahl in den kommenden Jahren "noch erheblich steigen" werde. Die Uno habe nun in Deutschland "eine Infrastruktur auf modernstem Stand, die ihresgleichen sucht". Annan sagte, die Uno sei dankbar "für die beeindruckende Renovierung" des "Langen Eugen". Das neue gemeinsame Sitzgebäude sei "eine wunderbare Gelegenheit, mögliche Synergien auszuloten". (tso/AFP)

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