Vereinte Nationen : Ban Ki Moon neuer Generalsekretär

Der frühere südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon ist als neuer Generalsekretär der Vereinten Nationen vereidigt worden. Der 62-jährige löst zum Jahreswechsel den bisherigen Amtsinhaber Kofi Annan ab.

New York - Annan hat zehn Jahre lang die Weltorganisation geführt. In seinem Amtseid vor der UN-Vollversammlung in New York sagte Ban zu, nur den Interessen der Vereinten Nationen zu dienen und keine Weisungen von Regierungen oder anderen Organisationen anzunehmen.

Indirekt ließ er in seiner abwechselnd auf Englisch und Französisch gehaltenen Rede auch Kritik an Annans Amtsführung anklingen. Ohne seinen Vorgänger zu nennen, sagte Ban: "Eine meiner Hauptaufgaben wird es sein, dem manchmal schwachen (General-)Sekretariat neues Leben einzuhauchen und neues Vertrauen zu geben." Zugleich werde er die höchsten ethischen Standards setzen.

Applaus für Annan

Dem scheidenden Generalsekretär waren trotz seiner großen friedenspolitischen Verdienste Mängel bei der internen Amtsführung angekreidet worden. Vor allem Fälle von hauseigener Korruption trugen ihm den Ruf ein, zu wenig durchzugreifen. Gleichwohl ehrte die Vollversammlung Annan mit "tiefer Dankbarkeit" für seine unermüdlichen Verdienste um Sicherheit, Frieden und Menschenrechte. Die Vertreter der 192 Mitgliedsländer standen mehrmals gemeinsam auf und spendeten ihm lange Applaus.

Annan ließ zum Abschied erneut Kritik am Irak-Krieg der USA anklingen: Frieden und Sicherheit könnten auf Dauer nicht gewahrt werden, wenn sie nicht im Respekt vor den Gesetzen und den Menschenrechten wurzelten. "Ich scheide mit der Sicherheit, dass die Uno heute mehr tut als je zuvor - und es besser tut als je zuvor, aber unsere Arbeit ist noch längst nicht abgeschlossen."

Ban gilt als erfahrener, aber eher farbloser Diplomat, dem das Charisma Annans fehlt. Der Südkoreaner war nach dem Rückzug mehrerer Mitbewerber im Oktober vom Sicherheitsrat einstimmig für den Posten nominiert worden. Er ist der erste Asiate in dem Spitzenamt seit 35 Jahren. (tso/dpa)

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