Vereinte Nationen : Weder Venezuela noch Guatemala auf Anhieb im Sicherheitsrat

Bei der Wahl der fünf neuen nicht ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen haben sich zunächst weder Guatemala noch Venezuela durchsetzen können.

New York - Auch im vierten Wahlgang am Vormittag konnte keines der beiden lateinamerikanischen Länder die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit der UN-Vollversammlung auf sich vereinen: Während 110 Mitgliedsstaaten für Guatemala stimmten, das die Unterstützung der Vereinigten Staaten hat, sprachen sich 75 Länder für Venezuela aus, das der erklärte US-Gegner Hugo Chávez regiert. Die Vorsitzende der Vollversammlung, Haya Rashed al Khalifa, verlegte die nächste Abstimmung auf den Nachmittag.

Da sich beim vierten Wahlgang sechs der insgesamt 192 Mitgliedsländer der Uno ihrer Stimme enthielten, wären 124 Stimmen für eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig gewesen. Bei den ersten vier Wahlrunden änderte sich nur wenig an den Ergebnissen: Im dritten Wahlgang erreichte Guatemala 116 Stimmen, während 70 Mitglieder für Venezuela stimmten und vier Mitglieder sich enthielten. Den Verfahrensregeln gemäß kann die Wahl endlos fortgesetzt werden, wenn keiner der Kandidaten sich zurückzieht - dagegen kann aber ein weiterer Kandidat ins Rennen einsteigen.

Die Vollversammlung wählte Belgien, Italien, Südafrika und Indonesien als die vier weiteren Staaten aus, die für die kommenden zwei Jahre als nicht ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat sitzen werden. Der Sicherheitsrat hat 15 Mitglieder, unter ihnen fünf ständige mit Vetorecht: Großbritannien, Frankreich, die USA, Russland und China. Die übrigen zehn Mitglieder werden alle zwei Jahre ausgetauscht - und zwar aufgeteilt auf jeweils fünf Länder pro Jahr. Ende kommenden Jahres werden Nachfolger für die Slowakei, Katar, Ghana und den Kongo sowie Peru gewählt. Die neu gewählten nicht ständigen Mitglieder lösen Dänemark, Griechenland, Tansania, Japan und Argentinien ab. (tso/AFP)

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