Vereitelte Anschläge : Ermittlungen gegen weiteren Terrorverdächtigen aus Ulm

Nach den vereitelten Bombenanschlägen in Deutschland richten sich die Ermittlungen offenbar gegen einen zweiten Terrorverdächtigen aus Ulm. Er soll zusammen mit dem festgenommenen Fritz G. eine Militäranlage in Hessen ausgespäht haben.

Karlsruhe/UlmEs soll sich um einen 22-jährigen Deutsch-Türken handeln, der sich derzeit in der Türkei aufhalte, berichtete der Südwestrundfunk (SWR). Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte den Bericht nicht kommentieren. Vor einer Woche waren im Sauerland drei Männer im Alter von 22 bis 28 Jahren festgenommen und zwölf Fässer mit Sprengmaterial sichergestellt worden. Als Rädelsführer stuften die Behörden einen zum Islam übergetretenen Mann aus Ulm, den Terrorverdächtigen Fritz G., ein.

Nach dem SWR-Bericht sollen der 28 Jahre alte Fritz G. und der zweite Verdächtige aus Ulm im Dezember 2006 eine Militäranlage im hessischen Hanau ausgespäht haben. Der 22 Jahre alte Deutsch-Türke streitet laut SWR die Vorwürfe über seinen Anwalt ab. Die Bundesanwaltschaft wollte sich zu Einzelheiten der Ermittlungen nicht äußern. Neben den drei Verhafteten werde gegen sieben weitere Terrorverdächtige ermittelt, sagte ein Sprecher.

In Ulm wird auch das Islamische Informationszentrum (IIZ) seit Jahren wegen radikal-islamischer Aktivitäten vom Verfassungsschutz beobachtet. Nach der Verhaftungsaktion hatte die Polizei vergangene Woche das IIZ durchsucht. Dabei hatten die Behörden betont, dass es keinen direkten Zusammenhang zu den Festnahmen gebe. Es handele sich um "Parallelermittlungen". Das IIZ hat eine mögliche Nähe zu Terrorismus bestritten. (mit dpa)

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