Politik : Verfassungsschutz: Rechte Gewalt steigt

Die Gewaltbereitschaft in der rechtsextremistischen Szene steigt nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes stetig an und hat sich seit Anfang der 90er Jahre praktisch verdoppelt. Waren 1991 noch rund 4200 gewaltbereite Rechtsextremisten in Deutschland gezählt worden, so seien es Ende 2000 bereits 9700 gewesen, heißt es in der Studie "Ein Jahrzehnt rechtsextremistischer Politik", die das Bundesamt für Verfassungsschutz vorstellte. Eine "neue Generation rechtsextremistischer Aktivisten" wachse in der Skinhead-Szene heran und schließe sich in informellen Strukturen zusammen. Bundesweit seien rund 150 so genannter Kameradschaften bekannt. Rund 50 Prozent der gewaltbereiten Rechten seien Ostdeutsche, die damit überproportional häufig vertreten seien, da sie nur 21 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Nach einem Rückgang Mitte der 90er Jahre stieg die Zahl rechter Gewaltdelikte im vergangenen Jahr auf 998. Insgesamt hatten die Straftaten aus der rechten Szene im Jahr 2000 mit 15 951 registrierten Delikten ihren bisher höchsten Stand erreicht. Vor allem stieg die Zahl der Straftaten mit antisemitischem (1378) und fremdenfeindlichem (3597) Hintergrund.

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