Politik : Verfassungsschutz überprüft 250 000 WM-Beschäftigte

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Berlin – Sechs Monate vor der Fußball- WM bereiten die Sicherheitsbehörden eine Massenüberprüfung von Bürgern in beispiellosen Dimensionen vor. Bis zu 250 000 Menschen, die beruflich mit der Weltmeisterschaft zu tun haben, werden in den kommenden Monaten routinemäßig von Polizei und Verfassungsschutz auf ihre Vorgeschichte überprüft, um die Sicherheit der Spiele zu gewährleisten, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem Tagesspiegel am Donnerstag sagte.

Das betrifft neben Sicherheitspersonal oder Journalisten auch Reinigungskräfte oder Würstchenverkäufer. Finden die Behörden Hinweise auf terroristische Kontakte oder andere Aktivitäten, die man als Sicherheitsrisiko einstuft, wird den Betroffenen die Zulassung zu WM-Stadien und anderen zentralen Orten verweigert. Ein Widerspruch gegen das Ergebnis der Untersuchung ist nicht möglich: Den Grund der Entscheidung erfahren die Abgelehnten nicht. Auch die Kriterien, die zur Ablehnung führen, wollen die Behörden nicht öffentlich bekannt geben. Datenschützer und Oppositionspolitiker kritisieren die Maßnahme als unverhältnismäßig.

Um die Sicherheit der WM zu gewährleisten, werden wohl auch Awacs-Aufklärungsflugzeuge eingesetzt. Nachdem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) deren Einsatz gefordert hatte, befürwortete auch das Verteidigungsministerium die Überwachung des Luftraums über den WM-Spielorten. kt/lvt/dpa

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