Update

Vergeltungsschlag : Türkei greift Stellungen der PKK an

Die türkische Luftwaffe hat am Mittwoch Stellungen der PKK im Nord-Irak bombardiert. Zuvor waren bei einem Angriff kurdischer Untergrundkämpfer 24 türkische Polizisten und Soldaten getötet worden.

Die Türkei hat massive Vergeltung für den Tod von mehr als 20 Soldaten geübt: Unmittelbar nach dem Angriff kurdischer Separatisten bombardierte die türkische Luftwaffe am Mittwoch Stellungen der PKK im Nord-Irak. Außerdem waren nach Angaben aus Militärkreisen Spezialeinheiten im Norden des Nachbarlandes im Einsatz, der wegen seiner überwiegend kurdischen Bevölkerung Autonomie-Status im irakischen Staat genießt. Bei Gefechten im Südosten der Türkei wurden den Kreisen zufolge 15 Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet.

Die von kurdischen Separatisten mit Maschinengewehren ausgeführten Angriffe auf türkische Militärposten in der Provinz Hakkari gehörten zu den folgenschwersten seit Jahrzehnten: Es wurden nicht nur 24 Soldaten getötet, sondern mindestens 16 ihrer Kameraden verwundet. Die PKK, die sich zu der Aktion bekannte, führt seit 1984 für einen eigenen Staat den bewaffneten Kampf gegen die Türkei. Dabei kamen mehr als 40.000 Menschen ums Leben.

Die insgesamt sieben türkischen Militärposten wurden von mindestens 100 PKK-Kämpfern angegriffen. Türkische Kampfflugzeuge stiegen kurz danach von Diyarbakir auf, um Ziele im Nord-Irak anzugreifen. Aus Militärkreisen
verlautete, Hubschrauber hätten Spezialeinheiten im Nachbarland abgesetzt. Insgesamt seien etwa 500 türkische Soldaten im Einsatz, die sieben bis acht Kilometer tief im Nachbarland operierten. Schon in der Vergangenheit waren türkische Truppen nach PKK-Angriffen in den Norden des Irak eingedrungen.

Präsident Abdullah Gül kündigte eine harte Reaktion auf die Angriffe der Kurden an. “Der Kampf geht weiter, bis dieser Terror vorbei ist.“ Es werde alles getan, um die Arbeit zu erledigen. “Diejenigen, die uns diesen Schmerz
zugefügt haben, werden noch größere Schmerzen erleiden.“

Ministerpräsident Tayyip Erdogan sagte, es sei eine großangelegte Jagd nach den PKK-Kämpfern im Gange. Diese bewege sich im Rahmen des Völkerrechts. Nach der Absage eines Kasachstan-Besuchs beriet sich Erdogan mit dem Innen- und dem Verteidigungsminister sowie den Chefs von Geheimdienst und Armee.

Der seit 1999 inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hatte in einer am Dienstag von seines Organisation veröffentlichten Stellungnahme erklärt, die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen hänge vom Verhalten der Türkei ab.

Erdogans religiös-konservative Regierung hat Reformen eingeleitet, die den politischen und kulturellen Zielen der Kurden entgegen kommen sollen. Sie brach sogar mit einem Tabu und führte Geheimgespräche mit Erdogan, in dessen PKK sie wie die USA und die EU eine Terror-Organisation sieht. Doch nach einer Eskalation der Gewalt, bei der seit Juli 50 türkische Sicherheitskräfte zu Tode kamen, hat die Regierung in Ankara wieder eine härtere Linie eingeschlagen. (Reuters)

22 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben