• Verhältnis Türkei - Westen: Nach Deutschland ziehen auch die USA ihre "Patriot"-Raketen ab

Verhältnis Türkei - Westen : Nach Deutschland ziehen auch die USA ihre "Patriot"-Raketen ab

Die USA ziehen ihre Patriot-Raketen ab Oktober aus der Türkei ab - Washington will wie Berlin ein ablaufendes Mandat nicht verlängern. Über die Hintergründe gibt es verschiedene Erklärungen.

Patriot-Einheiten der NATO im türkischen Kahramanmaras.
Patriot-Einheiten der NATO im türkischen Kahramanmaras.Foto: picture alliance / dpa

Nach Deutschland beenden auch die USA ihren "Patriot"-Einsatz in der Türkei. Das zweijährige Nato-Mandat laufe im Oktober aus und werde nicht verlängert, die Raketen und ihr Bedienungspersonal würden abgezogen, hieß es am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung Washingtons und Ankaras. Demnach könnten die Ende 2013 stationierten Patriots aber, falls erforderlich, binnen einer Woche wieder in die Türkei zurückgebracht werden.
Die USA, die Niederlande und Deutschland sind mit den Patriot-Flugabwehrraketen in der Türkei im Einsatz, um den Nato-Bündnispartner vor Beschuss aus Syrien zu schützen. Das Bundesverteidigungsministerium hatte bereits am Samstag angekündigt, das Ende Januar auslaufende Mandat nicht mehr zu erneuern. Hintergrund der Entscheidung ist demnach, dass die Nato die Bedrohung der Türkei durch Raketenangriffe aus Syrien inzwischen als gering bewertet. Derzeit sind etwa 250 Bundeswehrsoldaten und zwei Patriots vor Ort.

Ankara führt vor allem Krieg gegen die PKK

Gleichzeitig bereiten Ankara und Washington den im Juli angekündigten gemeinsamen Einsatz gegen Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Nordsyrien vor. Dieser soll nach Angaben von Vertretern beider Seiten beginnen, sobald alle logistischen Fragen geklärt seien.
Ankara führt seit einem blutigen Anschlag in Suruc nahe der Grenze zu Syrien eine neue "Terror-Offensive" gegen den IS, vor allem aber auch gegen Stellungen der kurdischen PKK-Rebellen im Nordirak und im Südosten der Türkei. Die Offensive gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) stößt bei Ankaras Verbündeten auf Kritik. In Berlin mehrten sich die Stimmen, die ein Ende des Bundeswehr-Einsatzes in der Türkei forderten, damit Deutschland nicht in den Konflikt hineingezogen werde. (AFP)

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben