Politik : Verhandlungen in Darfur auf der Kippe

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Abuja - Die größte Rebellengruppe in Darfur, die Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM), und die Regierung in Khartum sind bereit, einen Friedensvertrag für die Krisenregion Darfur zu unterzeichnen. Das berichteten Unterhändler der Afrikanischen Union (AU) in Abuja. Allerdings verweigern eine SLM-Abspaltung und die kleinere Rebellengruppe, die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), die Unterschrift unter das Dokument. Darin soll die Teilung der politischen Macht und der wirtschaftlichen Ressourcen zwischen der Zentralregierung und der Region geklärt werden. SLM- Chef Minni Minnawi will nun versuchen, die anderen Rebellenchefs doch noch zu überzeugen.

Allerdings haben Beobachter kaum Hoffnung, dass der Friedensvertrag die Lage der rund 2,4 Millionen Flüchtlinge aus der Region tatsächlich verbessern wird. UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland wies darauf hin, dass sich die Lage der Menschen in Darfur zuletzt weiter verschlechtert habe. Trotz der seit 2004 erfolgreichen internationalen Hilfe müsse man derzeit wieder von ethnischen Säuberungen sprechen, schreibt Egeland in einem Gastbeitrag für das „Wall Street Journal“. Demnach terrorisieren herumziehende, von der Regierung unterstützte Reitermilizen, die Dschandschawid, die Bevölkerung weiter. AFP/dpa/Tsp

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