Verhandlungen : Nordkorea hält an Atomprogramm fest

Nordkorea will sein Atomprogramm wieder aufnehmen - entgegen internationalen Vereinbarungen. Gespräche des US-Sonderbeauftragten Christopher Hill lieferten keine Ergebnisse.

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Christopher Hill mit Journalisten in Südkorea. -Foto:AFP

PekingDer US-Sondergesandte Christopher Hill hat am Samstag in China Gespräche zur Rettung des internationalen Atomabkommens mit Nordkorea geführt. Wie die US-Botschaft in Peking mitteilte, unterrichtete Hill den chinesischen Atom-Chefunterhändler Wu Dawei über die am Freitag in Pjöngjang ohne greifbare Ergebnisse beendeten Unterredungen mit der nordkoreanischen Seite. Hill hatte die Gespräche am Freitag während eines Zwischenaufenthalts in Seoul zwar als "sehr substanziell" bezeichnet, wollte jedoch vor der Bekanntgabe von Einzelheiten erst  Vertreter anderer Länder informieren. Am Samstag wollte er nach Tokio weiterfliegen.

Nordkorea war in jüngster Zeit auf Distanz zu dem mit den USA, China, Russland, Japan und Südkorea vereinbarten Abkommen gegangen. Pjöngjang kündigte zugleich an, die Wiederaufbereitung atomwaffenfähigen Materials in der Anlage Yongbyon wiederaufzunehmen. Es reagierte damit auf die Weigerung der US-Regierung, das Land wie vereinbart von ihrer Liste der "Schurkenstaaten" zu nehmen, die den "internationalen Terrorismus" unterstützen.

Nordkorea bleibt "Schurkenstaat"

Bei den Sechs-Länder-Gesprächen über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms war Anfang 2007 eine stufenweise Einstellung des Programms vereinbart worden. Im Gegenzug sollte Pjöngjang unter anderem Heizöllieferungen erhalten und international aufgewertet werden. Nordkorea wirft den USA vor,  diesen Teil der Vereinbarung nicht eingehalten zu haben, obwohl es im vergangenen Sommer den Kühlturm von Yongbyon vor laufenden Fernsehkameras sprengen ließ.

Die USA verlangen, dass Pjöngjang Inspektionen zulässt, bevor es von der Liste der "Schurkenstaaten" gestrichen wird. Die  nordkoreanische Führung vertritt dagegen die Auffassung,  Inspektionen seien in dieser Phase des Prozesses nicht vorgesehen. Im Oktober 2006 hatte Nordkorea eigenen Angaben zufolge eine Atomrakete getestet. (eb/AFP)

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