Verhandlungen : Russlands WTO-Beitritt noch offen

Russland hat mit einer Senkung seiner Importquoten für US-Fleisch gedroht, falls bis Oktober keine Einigung über seinen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) erreicht ist.

Moskau - In diesem Fall werde Russland die Quoten wieder auf den früheren Stand senken, warnte das Handelsministerium in Moskau. Die Aufnahme Russlands in die WTO wird bislang vor allem durch fortbestehende Bedenken der USA verzögert. Beim G-8-Gipfel Mitte Juli in Sankt Petersburg war ein Abkommen über Russlands Beitritt gescheitert. US-Präsident George W. Bush und der russische Staatschef Wladimir Putin setzten sich damals aber zum Ziel, die Einigung bis Oktober zu erzielen.

Die Importbedingungen für US-Produkte sind einer der strittigsten Punkte in den Verhandlungen. Dabei geht es vor allem um den Handel mit Fleisch. Moskau hatte im vergangenen Jahr die Importquoten für US-Fleisch angehoben, um eine rasche Einigung über seinen WTO-Beitritt zu befördern.

Die Regelung ist bis 2009 befristet und sieht einen graduellen Anstieg der Einfuhrmengen vor. Die russische Regierung zog damit aber die Kritik einheimischer Fleischproduzenten auf sich. Wenn der WTO-Beitritt weiter auf sich warten lasse, könne sich die Regierung "kaum dem Wunsch der einheimischen Landwirte verweigern", die Quoten zu revidieren, erklärte nun das Agrarministerium. Russland ist der größte Importeur von Geflügelfleisch aus den USA. (tso/AFP)

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