• Verhandlungen um Oppositionsbündnis gescheitert - die seit 70 Jahren regierende PRI sitzt fest im Sattel

Politik : Verhandlungen um Oppositionsbündnis gescheitert - die seit 70 Jahren regierende PRI sitzt fest im Sattel

Sigrun Rottmann

Fünf Monate wurde verhandelt, jetzt müssen die Befürworter eines Oppositionsbündnisses für die mexikanischen Präsidentschaftswahlen im Juli 2000 ihren Traum begraben. Die Partei der Demokratischen Revolution (PRD) und die Partei der Nationalen Aktion (PAN) geben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der "Allianz für Mexiko". Am Dienstagabend hat die PAN die Vorschläge einer unabhängigen "Bürgerkommission", den gemeinsamen Kandidaten nach US-amerikanischem Vorbild mit Hilfe von Meinungsumfragen zu bestimmen, abgelehnt. Die Chancen, die seit 70 Jahren regierende Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) durch eine Bündelung der oppositionellen Wählerstimmen abzulösen, sind dadurch vertan.

Der Präsidentschaftskandidat der konservativen PAN, Vicente Fox, hatte schon während der Verhandlungen gesagt, er werde den Präsidentenposten im Alleingang gewinnen. Die Befürworter eines Oppositionsbündnisses befürchten dagegen, dass weder Fox noch der Kandidat der linken PRD, Cuauhtemoc Cardenas, alleine genug Stimmen auf sich vereinen können.

In der Öffentlichkeit traten Fox und Cardenas als große Förderer der Parteienhochzeit auf, sträubten sich sich jedoch hinter den Kulissen gegen die Verlobung. Grund für ihren Widerstand waren weniger die unterschiedlichen politischen Ziele, sondern vor allem die Angst, ihre Kandidatur opfern zu müssen. Ihnen schien es vor allem darum zu gehen, sich gegenseitig die Schuld an einem Scheitern des Plans zuzuschieben. Noch am Wochenende warf Cardenas seinem Konkurrenten vor, er wolle aus "Angst vor den Wählern" kein Bündnis mit Kandidatenwahl. Fox sagte, mit Cardenas an der Spitze werde eine Allianz die Wahl mit Sicherheit verlieren.

Beide Politiker verfolgen schon lange ihre Ambitionen auf den Posten des Staats- und Regierungschefs. Der 57-jährige Fox erklärte sich als Gouverneur des Bundesstaates Guanajuato vor zwei Jahren selbst zum PAN-Spitzenmann für die Wahlen 2000. Cardenas tritt zu seinem dritten Rennen auf das Amt des Staats- und Regierungschefs an. Bisher liegt der Sohn des früheren Präsidenten Lazaro Cardenas in den Umfragen hinter Fox zurück.

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