Verhörmethoden : US-Gericht: Keine Ermittlungen gegen mögliche CIA-Folter

Mehrere CIA-Videos von brutalen Verhören mutmaßlicher Terroristen wurden vernichtet. Ein US-Bundesgericht in Washington hat es jetzt abgelehnt, sich mit der Affäre zu befassen.

WashingtonEs bestehe kein Hinweis, dass die Regierung richterliche Anordnungen in diesem Fall verletzt habe, entschied der zuständige Richter Henry H. Kennedy nach Informationen der Zeitung "Washington Post". Zugleich verwies das Gericht auf bereits laufende Untersuchungen des Justizministeriums.

In dem Fall geht es um Videoaufzeichnungen aus dem Jahr 2002, die "harte" Methoden bei Verhören von zwei Terrorverdächtigen zeigen. Zumindest einer von ihnen, der mutmaßliche Al-Qaida-Terrorist Abu Subaida, soll dabei auch dem simulierten Ertränken ("Waterboarding") ausgesetzt worden sein. Diese Methode wird international als Folter gewertet. Die Aufnahmen waren 2005 nach den Worten von CIA-Direktor Michael Hayden vernichtet worden, um die an den Vernehmungen beteiligten Beamten vor Racheakten zu schützen.

Kläger aus dem US-Gefangenlager Guantanamo auf Kuba hatten geltend gemacht, das Washingtoner Bundesgericht habe noch 2005 angeordnet, dass keine CIA-Verhörvideos aus Guantanamo vernichtet werden dürfen. In der dreiseitigen Erklärung des Gerichts hieß es, die vernichteten CIA-Bänder stammten nicht von dem Lager auf Kuba. (mpr/dpa)

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