Politik : Verkaufen, umziehen – oder hoffen

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Berlin - Der Klimaexperte Hermann Ott vom Wuppertal-Institut warnt davor, dass nahe am Meer gelegene Städte wie Rostock, Hamburg und Kiel auf lange Sicht wegen des steigenden Meeresspiegels unbewohnbar werden könnten. Eine Aussicht, die Hausbesitzer nachdenklich machen sollte. Wer sichergehen will, sollte versuchen, möglichst bald einen Käufer zu finden.

Tatsächlich bereiten sich Städte wie Hamburg oder das Land Schleswig-Holstein mit Deichbauten auf höhere Meeresspiegel und Sturmfluten infolge des Klimawandels vor. Gerade erst hat Hamburg 100 Kilometer Deiche für rund 600 Millionen Euro erhöht und verstärkt. In Hamburg ist jetzt schon ein Drittel der Stadt durch Sturmfluten bedroht. 180 000 Menschen leben in den gefährdeten Gebieten. Sollte es in den kommenden zehn bis 15 Jahren nicht gelingen, drastische Verminderungen des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes zu erreichen, sollten die betroffenen Bewohner über einen Umzug in weniger riskante Gebiete nachdenken.Vielleicht wird Hamburg dann auch über die Aufgabe eines Teils des Stadtgebiets beraten müssen.

Von Versicherungen sollten sich die Hausbesitzer nicht viel erwarten. Gerade in gefährdeten Gebieten bekommen sie häufig keine Elementarschadenversicherung verkauft oder zu so hohen Preisen, dass sie es lassen. Doch Hausbesitzer können eine Menge tun, um Schäden zu reduzieren. Sie können die Heizung auf dem Dachboden installieren anstatt im Keller. Das verhindert, dass Heizöltanks auch noch eine Ölpest auslösen. Sie sollten wertvolle Gegenstände so hoch wie möglich unterbringen und auf Teppichböden im Keller verzichten. deh/dpa

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