Verkehr : Kabinett beschließt Alkoholverbot für Fahranfänger

Für Fahranfänger soll nach dem Willen des Bundeskabinetts künftig zwei Jahre lang ein absolutes Alkoholverbot am Steuer gelten.

Berlin - Das Bundeskabinett stimmte einem entsprechenden Gesetzentwurf zu, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, mitteilte. Das Verbot soll nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ein "Herantrinken" der Führerschein-Neulinge an die allgemeine 0,5-Promille-Grenze verhindern und die gefährliche Kombination von Anfängerrisiko und alkoholbedingter Unfallgefahr vermeiden.

Bei einem Verstoß erwarten den Fahranfänger ein Bußgeld von 125 Euro und zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Auf ein Fahrverbot wird laut dem Gesetzentwurf aber verzichtet, wenn der Alkoholpegel noch unter 0,5 Promille liegt. Bätzing begrüßte die Entscheidung als "klares Zeichen für mehr Vernunft und weniger Alkohol im Straßenverkehr".

Rund eine Drittel aller Alkohol-Unfälle bei Fahranfängern

Junge Fahranfänger stellen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund ein Drittel der Autofahrer, die bei Unfällen unter Alkoholeinfluss verletzt oder getötet werden. Der Anteil der 18- bis 24-Jährigen an der Bevölkerung beträgt im Vergleich nur acht Prozent. Insgesamt verunglückt hierzulande den Angaben zufolge alle sechs Minuten ein junger Mensch im Straßenverkehr, alle acht Stunden stirbt einer an den Unfallfolgen.

Der Auto Club Europa (ACE) sprach angesichts der Kabinettsentscheidung von einem "längst überfälligen Schritt". Alle bisherigen Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr hätten bei Fahranfängern zu keinem spürbaren Erfolg geführt, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner in Stuttgart. Er warnte zugleich davor, dass die Beendigung der Probezeit "als falsche Legitimation und Einladung" verstanden werden könnte, sich danach unter Alkoholeinfluss ans Steuer zu setzen. (tso/ddp)

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