Politik : „Verletzte in Deutschland behandeln“ Ministerin bietet Hilfe aus

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Washington (ro). Im Irak muss humanitäre Hilfe nach Ansicht von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie WieczorekZeul zunächst im Vordergrund stehen. Deshalb unterstützt Deutschland das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und das Internationale Rote Kreuz zunächst mit rund acht Millionen Euro. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel plädiert die Ministerin auch dafür, schwer verletzte Zivilisten aus dem Irak auszufliegen und auch in Deutschland behandeln zu lassen. Für konkrete Zusagen zum Wiederaufbau ist es nach Ansicht von Wieczorek-Zeul noch zu früh. Eine wichtige Rolle könne die Weltbank spielen, allerdings erst dann, wenn es im Irak eine legitime Regierung gibt. Als drittgrößter Anteilseigner der Weltbank wäre Deutschland dann indirekt mit eingebunden. Den Wiederaufbau im Irak könne die deutsche Entwicklungshilfe langfristig mit Projekten für die Wasser- und Gesundheitsversorgung unterstützen.

Afghanistan sei für ein Engagement im Irak kein Vorbild: Dort gab es einen UN-Beschluss für die Militäraktion, es wurde schnell eine international anerkannte Regierung eingesetzt. Die Startbedingungen im Irak seien schwieriger. Seit Verhängung des UN-Embargos 1990 waren keine ausländischen Experten mehr im Land. Ohnehin gilt das Land im Gegensatz zu Afghanistan aufgrund seiner Öl-Vorkommen als potentiell reich. Der Irak galt in der Vergangenheit nicht als Entwicklungsland.

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