Politik : Verletzte Würde

-

Der sorbische Schriftsteller Jurij Brezan (88) sieht in der nach der Wiedervereinigung verletzten Würde vieler Ostdeutscher einen Grund für die heftigen Proteste gegen die Reform des Arbeitsmarktes. „Mit Hartz IV kocht jetzt über, was sich in den vergangenen Jahren angestaut hat.“ Nach der Wende sei „etwas geschehen, das lang andauernde psychologische Auswirkungen hat“. „Das zu reparieren, ist mit Geld nicht möglich“, sagte der bedeutendste sorbische Schriftsteller der Gegenwart. Bei der Treuhandanstalt etwa sei „durch undifferenziertes Überstülpen importierter Normen und Formen zu vieles schief gelaufen“. Die wirtschaftlichen Anstrengungen der Menschen in der DDR seien nicht ausreichend gewürdigt worden. dpa

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben