Verleumdungsaffäre : Verfahren gegen französischen Ex-Premier Villepin eingeleitet

Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Regierungschef de Villepin eingeleitet. Er soll an einer Rufmordkampagne gegen den heutigen Staatschef Sarkozy beteiligt gewesen sein.

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Der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin -Foto: AFP

ParisDer frühere französische Premierminister Dominique de Villepin ist in der Affäre um die Verleumdung des jetzigen Präsidenten Nicolas Sarkozy ins Visier der Justiz geraten. Nach einem Verhör Villepins leiteten die Untersuchungsrichter heute ein Ermittlungsverfahren ein. Villepin wird verdächtigt, an der Verleumdung Sarkozys mit Hilfe gefälschter Kontolisten mitgewirkt zu haben. Das bestätigte ein Anwalt Villepins französischen Medien. Sarkozy und Villepin waren erbitterte Rivalen um die Nachfolge des damaligen Präsidenten Jacques Chirac.

Villepin bekräftigte, er habe niemals Ermittlungen gegen Politiker angeordnet oder an politischen Manövern teilgenommen. Er will erst aussagen, wenn er die gut 2000 Seiten umfassenden Akten studiert hat. Medienberichten zufolge will Villepin, dass der Fall an den Gerichtshof überwiesen wird, der für frühere Regierungsmitglieder zuständig ist.

Sarkozy tauchte 2004 unter Decknamen auf gefälschten Kontolisten des Luxemburger Finanzinstituts Clearstream auf. Dies weckte den Verdacht, Sarkozy habe Schmiergeldkonten im Ausland. Villepin soll damals als Innenminister Hinweisen des Geheimdienstes, dass es sich um eine Fälschung handelte, nicht nachgegangen sein, sondern das Dossier über Mittelsmänner der Justiz zugespielt haben. (mit dpa/AFP)

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