• Vermehrte Luftangriffe auf Stellungen der tschetschenischen Rebellen - Maschadow kündigt Guerillakrieg an

Politik : Vermehrte Luftangriffe auf Stellungen der tschetschenischen Rebellen - Maschadow kündigt Guerillakrieg an

Die russische Armee stößt in den schwer zugänglichen Süden Tschetscheniens vor, wo sich Tausende von Separatisten nach dem Fall der Hauptstadt Grosny verschanzt halten sollen. Kampfflugzeuge nahmen am Freitag vermutete Rebellenstellungen in den verschneiten Bergen unter Beschuss, während Bodentruppen in Lastwagenkonvois in die Region gebracht wurden.

Russische Lastwagen und Schützenpanzer kämpften sich am Freitag über schlammige Wege in Richtung Süden vor. Kampfflugzeuge und Hubschrauber flogen insgesamt 160 Bombenangriffe binnen 24 Stunden, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Militärkommando berichtete. Im Süden der Kaukasusrepublik werden rund 7000 Separatisten vermutet. Es sei sehr schwierig, die Rebellen in ihren Höhlen und Verstecken in den Bergen zu treffen, räumte Luftwaffenkommandeur Generalleutnant Anatoli Kornukow am Freitag ein. Die Luftwaffe setzte zuletzt immer schwerere Bomben ein.

In Grosny gab es in der Nacht zum Freitag vereinzelte Gefechte. Nach russischen Schätzungen halten sich noch rund 150 bis 200 Separatisten sowie rund 10 000 Zivilisten in der Hauptstadt auf. Grosny hatte einst 400 000 Einwohner.

Der von Russland nicht anerkannte Präsident der Kaukasusrepublik Tschetschenien, Aslan Maschadow, kündigte unterdessen einen "umfassenden" Guerillakrieg gegen die russischen Truppen an. Der Krieg der Partisanen habe begonnen, sagte Maschadow dem privaten russischen Sender NTW. Die tschetschenischen Rebellen würden die russischen Soldaten in allen Städten, in den Bergen und in den Ebenen bekämpfen, kündigte er an.

Moskau hält die wiederholten Ankündigungen eines Partisanenkrieges durch die tschetschenischen Rebellen für "reines Dampfablassen". "Je mehr Kämpfer die Rebellen verlieren, umso mehr Dampf lassen sie im Propagandakrieg ab", sagte am Freitag der für Tschetschenien-Informationen zuständige Sprecher des Kreml, Sergej Jastrschembski.

Auch die von den Rebellen angekündigte Rückeroberung der tschetschenischen Hauptstadt Grosny wertete Jastrschembski als reine Propaganda. Die tschetschenischen Rebellen hatten sich am 1. Februar aus der Hauptstadt Grosny zurückgezogen und führen den Kampf gegen die russischen Soldaten seither von den umliegenden Dörfern und Bergen aus.

In Moskau wurde unterdessen die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Nach Angaben des Innenministeriums hatten tschetschenische Rebellen mit Terroranschlägen gedroht. Die erhöhte Sicherheitsstufe sollte das ganze Wochenende andauern.

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