Politik : Vermisste Deutsche vermutlich tot

Berlin - Die im August in Afghanistan verschwundenen zwei Deutschen sind offenbar tot. Das Auswärtige Amt bemüht sich nach dem Fund von zwei Leichen, bei denen es sich wahrscheinlich um die vermissten Entwicklungshelfer handelt, um deren Identifizierung. Ein Ministeriumssprecher bestätigte am Montag in Berlin erstmals Angaben der afghanischen Behörden, wonach zwei Tote entdeckt wurden. Es seien aber „keine verlässlichen Angaben möglich“, solange die Identifizierung nicht abgeschlossen sei. Auch zur Todesursache sagte das Ministerium nichts. Die örtlichen Behörden gehen jedoch davon aus, dass die Männer einem Raubmord zum Opfer fielen. Nach Informationen des Tagesspiegels wird auch in Berlin kaum noch bezweifelt, dass es sich bei den Leichen um die beiden Männer im Alter von 59 und 69 Jahren handelt, die am 19. August in der Provinz Parwan, nördlich von Kabul, zu einer Wanderung in den Bergen aufgebrochen waren. Der 59-Jährige stammte aus Baden-Württemberg und war für die staatliche deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kabul tätig. Der 69-jährige Begleiter war ein Sachse und soll für ein christliches Hilfswerk tätig gewesen sein. Afghanische Behörden machten in den vergangenen Wochen widersprüchliche Angaben, einmal war sogar von einer bevorstehenden Aktion der einheimischen Sicherheitskräfte zur Rettung der Deutschen die Rede. Dann hieß es wieder, die Männer könnten verunglückt sein. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sieht für den Fall, dass sich die Todesnachricht bestätigt, keine Auswirkungen auf die Arbeit deutscher Helfer. Am Rande des FDP-Präsidiums in Berlin sagte er, es gebe Verhaltensregeln, gegen die die Deutschen verstoßen hätten. fan/hmt

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