Politik : Vermißte in Mazedonien

GENF/STANKOVIC (rtr).Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR geht davon aus, daß sich die seit Mittwoch noch vermißten rund 10 000 Flüchtlinge aus dem Kosovo in Albanien und in Mazedonien befinden.UNHCR-Sprecherin Paula Ghedini sagte am Freitag in Stankovic bei Skopje, die entsprechenden Zahlenangaben kämen aus Albanien und Mazedonien.Zwar sei der genaue Aufenthalt der Menschen dem UNHCR noch nicht bekannt, aber es gehe davon aus, daß sich die aus dem Kosovo vertriebenen Kosovo-Albaner in Flüchtlingslagern aufhielten.Die etwa 10 000 Menschen galten seit Mittwoch nacht als verschwunden.Die Suche nach den Vermißten 10 000 Menschen sei angesichts einer Zahl von 320 000 Flüchtlingen derzeit in Albanien wie die Suche nach der "Nadel im Heuhaufen", sagte Ghedini.

Die fast 40 000 Flüchtlinge, die in der Nacht zum Mittwoch von einem Feld in der Nähe der mazedonischen Grenzstadt Blace abtransportiert worden seien, seien von den mazedonischen Behörden nach Albanien und in ein Transitlager im Landesinneren gebracht worden, hieß es.Etwa 28 000 Menschen seien in in das Lager gebracht worden.Weitere 10 000 Flüchtlinge habe man in Bussen nach Süd-Albanien gebracht.

NATO-Militärs äußerten sich befremdet darüber, warum es solange dauere, bis das UNHCR das bereits seit Montag funktionierende Lager übernehme.Ein Militär, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, es sei nicht bekannt, was das UNHCR tue.Das Leben in dem riesigen Lager werde ausschließlich von NATO-Soldaten geregelt, obwohl diese nicht optimal auf die Versorgung der Flüchtlinge, insbesondere der Kinder und der alten Menschen, vorbereitet seien.UN-Flüchtlingskommissarin Ogata äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen und zeigte sich zufrieden über den raschen Aufbau des Lagers, der "nur durch eine große Militärorganisation" möglich sei.

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