Vermittlungsbemühungen : Annans Kenia-Mission droht zu scheitern

Seit mehr als einem Monat vermittelt der ehemalige Uno-Generalsekretär Kofi Annan in Kenia. Jetzt hat die Regierung jedoch alle ausgehandelten Zugeständnisse an eine Teilung der Macht mit der Opposition rückgängig gemacht.

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Kofi Annan. Waren seine Vermittlungsbemühungen in Kenia vergeblich? -Foto: AFP

Nairobi Das Vermittlungsteam habe "seine Arbeit getan", hieß es in einer am späten Montagabend herausgegebenen Mitteilung Annans. Nun liege alles Weitere bei den politischen Führern, dem umstrittenen Präsidenten Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga. Annan versucht seit mehr als einem Monat, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Noch in der vergangenen Woche hatte er nach äußerst schwierigen Verhandlungen vom "Licht am Ende des Tunnels" gesprochen.

Kenianischen Medienberichten zufolge vollzog die Regierung am Wochenende jedoch eine Kehrtwende und machte die bereits verhandelten Zugeständnisse zu einer Teilung der Macht in dem ostafrikanischen Land rückgängig. In Annans Stellungnahme hieß es, bei den Gesprächen am Montag sei "nahezu kein Fortschritt erzielt" worden. Einen neuen Termin für ein Treffen der Vermittlungsteams gibt es nicht. Stattdessen hat die Opposition gedroht, von Donnerstag an ihre Anhänger zu neuen Massendemonstrationen aufzurufen.

Odinga erkennt Kibaki nicht als Sieger der Präsidentenwahlen im vergangenen Dezember an. Nach den Wahlen kam es zu blutigen Unruhen und ethnischen Kämpfen, bei denen mehr als 1000 Menschen ums Leben kamen. Rund 350.000 Kenianer flohen vor der Gewalt, viele leben immer noch in Flüchtlingslagern. (ho/dpa)

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