• Verschleppte Südkoreaner nach China geschleust Pjöngjang hatte hunderte Menschen aus dem Nachbarland entführt

Politik : Verschleppte Südkoreaner nach China geschleust Pjöngjang hatte hunderte Menschen aus dem Nachbarland entführt

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Peking (dpa). Fluchthelfern an der Grenze zwischen China und Nordkorea ist es gelungen, dutzende Südkoreaner, die einst von kommunistischen Agenten nach Nordkorea entführt worden waren, nach China zu bringen. Wie der „Stern“ unter Berufung auf einen chinesischen Aktivisten berichtete, seien einige schon in Drittländer oder nach Südkorea geschleust worden. Andere hielten sich noch in China auf, wo nach Schätzungen mehr als 150 000 nordkoreanische Flüchtlinge leben.

Das Vereinigungsministerium in Seoul schätzt die Zahl der verschleppten Südkoreaner in Nordkorea auf 486, doch gehen Bürgerrechtler von einigen tausend aus. Obwohl Seoul die Fälle mit Pjöngjang anspricht, hält sich die südkoreanische Regierung nach Angaben des „Stern“ öffentlich bedeckt, um vor dem Hintergrund der Präsidentschaftswahl am 19. Dezember die „Sonnenscheinpolitik“ der Annäherung an Nordkorea nicht zu gefährden. Der Kandidat Roh MooHyun hat erklärt, diese Politik von Präsident Kim Dae-Jung fortzusetzen. Die in China lebenden Flüchtlinge aus Nordkorea müssen immer fürchten, entdeckt und abgeschoben zu werden, da die Volksrepublik sie nicht als Flüchtlinge anerkennt. Bei einer Abschiebung drohen ihnen Haft und Folter.

Mehr als 150 haben sich seit dem Frühjahr in ausländische diplomatische Einrichtungen geflüchtet, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen und ihre Ausreise zu erzwingen. So harrt auch in der deutschen Botschaft weiter ein Nordkoreaner aus, der vor mehr als einer Woche auf das Gelände gelangt ist und um Schutz gebeten hat.

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