Verschleppter UN-Mitarbeiter : Im Jemen entführter Deutscher frei

Ein im Jemen verschleppter Deutscher und drei weitere ausländische Helfer sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes wieder frei. Die Entführten arbeiteten für die Vereinten Nationen und waren am Dienstag verschleppt worden.

Das Auswärtige Amt sei erfreut darüber, dass der Deutsche und die anderen Verschleppten am Donnerstag wohlbehalten freigelassen worden seien, sagte eine Sprecherin am Abend in Berlin. Die vier befänden sich in der Obhut der Vereinten Nationen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Nach UN-Angaben arbeiteten die Entführten - ein Deutscher, eine Irakerin, eine Palästinenserin und ein Kolumbianer - für das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Sie waren am Dienstag nordwestlich von Jemens Hauptstadt Sanaa gemeinsam mit ihren zwei einheimischen Fahrern verschleppt worden. Die Entführer forderten die Freilassung eines im Zentralgefängnis von Sanaa inhaftierten Straftäters.

Am Mittwoch hatte der jemenitische Energieminister Saleh Sumai zunächst bereits die Freilassung der vier Verschleppten verkündet, dies war vom Auswärtigen Amt jedoch nicht bestätigt worden. Erst Mitte Januar hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen einen norwegischen UN-Mitarbeiter entführt, um einen Gefangenen aus der Haft freizupressen. Der Norweger kam am vergangenen Freitag auf freien Fuß.

Im Jemen werden häufig Ausländer entführt. Die Stämme sind schwer bewaffnet und legen in ihren Gebieten selbst die Gesetze fest. Mit Entführungen wollen sie gewöhnlich Druck auf die örtlichen Behörden ausüben. In den vergangenen 15 Jahren wurden mehr als 200 Menschen verschleppt, die meisten von ihnen kamen unversehrt wieder frei. (AFP)

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