Politik : Versuchtes Attentat: Bei Sprengstoff helfen nur Spürhunde

"Der Schlüssel für die Sicherheit in der Luft liegt vor allem am Boden. Dort muss der Schwerpunkt der Maßnahmen liegen", meint der Sprecher der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit, Georg Fongern. Aber das ultimative Kontrollgerät zur Überprüfung der Passagiere scheint noch nicht entwickelt zu sein. Die Personenschleusen beim Check-in sprechen nur auf metallische Gegenstände an. Aber zunehmend sind Waffen aus nichtmetallischem Material wie Kunststoff, Keramik oder Kohlefaser verfügbar. Und gegen Sprengstoff, der am Körper getragen wird, helfen bislang nur Spürhunde, meint ein Sprecher der Pariser Flughafenverwaltung.

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Röntgenstrahlen, die nichtmetallische Waffen oder Sprengstoff am Körper sichtbar machen würden, verbieten sich aus gesundheitlichen Gründen. Eine britische Firma hat nun ein Gerät entwickelt, das Fluggäste scannt, wobei die Kamera aber keine Strahlung aussendet, sondern passiv nur Strahlung erfasst, wie sie von verschiedenen Materialien reflektiert wird. Die unterschiedliche Reflexion des Körpers und der an ihm getragenen Gegenstände wird dann auf einem Monitor sichtbar gemacht. Ein amerikanischer Hersteller hat ein Gerät (EGIS) entwickelt, das auch Plastiksprengstoff entdeckt - allerdings nur über dessen Ausdünstungen in der Luft. Die Passagiere müssen dafür ihre Kleidung lockern und ihre Taschen öffnen.

Doch Sicherheitslücken gibt es auch woanders: Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol entbrannte kürzlich ein Streit über das Flughafenpersonal. Kritiker behaupteten, Angestellte von Duty-Free-Läden, Reinigungsfirmen oder anderen Dienstleistern könnten ohne Körperkontrolle und Durchleuchtung ihrer Taschen durch Seiteneingänge in den gesicherten Bereich des Flughafens gelangen, wo sie Terroristen Waffen zustecken könnten.

Diskutiert werden auch wieder bewaffnete Flugbegleiter, womöglich ausgerüstet mit Spezialmunition, die nach wenigen Metern an Durchschlagskraft verliert, um das Flugzeug zu schonen. Die Piloten seien für alles offen, sagt Cockpit-Sprecher Fongern. Aber einen "Aktionismus", den die USA nach dem Lockerbie-Anschlag 1988 praktiziert hätten und der für "tonnenschwere Kontrollgeräte mit 50-prozentiger Fehlerquote" auf US-Flughäfen gesorgt habe, müsse vermieden werden. Auch dürften die Maschinen nicht zu Hochsicherheitstrakten werden.

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