Verteidigung : Europa droht militärischer Bedeutungsverlust

Europa könnte nach Ansicht der EU-Verteidigungsagentur Eda in den kommenden Jahrzehnten militärisch den Anschluss verlieren. Die EU-Staaten müssten mehr in Rüstung investieren.

Levi - Das ist das Fazit eines Eda-Berichts zu den Perspektiven der EU-Verteidigung bis 2025, der am Dienstag den Verteidigungsministern der Europäischen Union bei ihrem informellen Treffen im finnischen Levi vorgelegt werden sollte. In dem 32-seitigen Papier heißt es, die USA investierten sechsmal so viel in Forschung und Entwicklung für die Rüstung wie die EU. Zudem hätten US-Firmen deutlich höhere Anteile beim Export. Damit drohe den Europäern das Absinken zu einer "Nischenindustrie, die für amerikanische Firmen arbeitet".

Zudem warnte die Behörde wegen der zunehmenden Überalterung der europäischen Bevölkerung vor Problemen beim Rekrutieren von Soldaten. Bis 2025 werde der Anteil der 16- bis 30-Jährigen an der Gesamtbevölkerung um 15 Prozent sinken, hieß es. Die EU-Verteidigungsagentur soll die Rüstungsplanung, Beschaffung und Forschung koordinieren. Sie wird seit ihrer Gründung im Herbst 2004 von dem EU-Außenbeauftragen Javier Solana geleitet. (tso/AFP)

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