Verteidigung : Frankreich bastelt an Raketenwarnsystem

Nicht nur die USA fürchten Raketenangriffe aus Iran oder Pakistan. Auch die Franzosen machen sich angesichts des Waffenarsenals der Atomwaffenstaaten Sorgen. Nun wollen sie einen eigenen Schutzschild aufbauen.

Kourou/ParisFrankreich will angesichts der Verbreitung von Atomwaffen künftig weltweit Raketenstarts überwachen. Dazu beförderte es in der Nacht zum Freitag zwei Satelliten vom Typ Spirale mit einer Ariane-Rakete von Kourou in Französisch-Guayana in den Weltraum. Sie sollen ein Jahr lang Techniken zur Infraroterkennung von Raketenflügen testen. Bis zum Jahr 2020 soll ein autonomes Warnsystem entstehen, wie das zuständige Amt des Pariser Verteidigungsministeriums am Freitag mitteilte.

In der französischen Hauptstadt war von einem wichtigen Schritt für ein System zum Schutz der eigenen Ballungszentren und Streitkräfte die Rede. Hintergrund ist den Angaben zufolge die Verbreitung von Kernwaffen und Raketentechnik in Schwellenländern wie Pakistan und Iran. Vergangene Woche hatte Iran mit einer selbst entwickelten Trägerrakete Safir 2 einen Satelliten gestartet und damit seine Kapazität zum Bau von Interkontinentalraketen gezeigt.

Aus dem All sind angreifende Raketen während des Fluges vom Start bis zum Einschlag anhand ihrer Hitzestrahlen zu erkennen. Die Daten werden jedoch von zahlreichen anderen Infrarotquellen "verschmutzt" und es besteht die Gefahr eines Fehlalarms. An dem Projekt arbeiten die EADS-Tochter Astrium sowie Thales Alenia Space. Bis Oktober 2010 wollen die Franzosen die Anforderungen an Satelliten eines Raketenwarnsystems definieren. (sf/dpa)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben